Finanzwerte und US-Futures belasten Schweizer Börse
Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag im Verlauf die Verluste ausgebaut und bis am frühen Nachmittag gegen zwei Prozent eingebüsst.
Hiobsbotschaften von Finanzunternehmen und eine tiefere Eröffnung der US-Börsen signalisierende Aktien-Futures förderten die Abgabeneigung. Händler sagten, ein Grossteil der Abgaben stamme aus Programmverkäufen. Dabei werden Futures verkauft, was sich wiederum in Kursverlusten der schwer gewichteten Bluechips wie Nestle, Novartis und Roche auswirkte.
Der SMI notierte gegen 13.30 Uhr um 1,7 Prozent oder 130 Zähler tiefer auf 7457 Zähler. Mehr als die Hälfte davon geht auf das Konto der drei Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche. Der breite SPI verlor 1,6 Prozent auf 6271 Punkte.
Tiefrote Zahlen bei den Versicherungskonzernen AIG und Allianz drückten vor allem auf die Aktien von Zurich, Swiss Re und Baloise, die zwei Prozent und mehr verloren. Der Titel von Swiss Life ermässigte sich am Tag des Starts des Aktienrückkaufprogramms über 2,5 Milliarden sfr 1,8 Prozent.
Zudem beschäftigen die Pläne der US-Börsenaufsicht für strengere Regeln für Investmentbanken die Marktteilnehmer weiterhin. Es wird befürchtet, dass das neue Verluste an den Tag bringen und weitere Kapitalmassnahmen erforderlich machen könnte.
Auch die Grossbank UBS bleibt in den Schlagzeilen. Die UBS-Aktien büssten 1,2 Prozent ein. Freitag ist der letzte Handelstag für das Anrecht aus der Aktiendividende. Die gegen Ende Mai beginnende Kapitalerhöhung bringt eine grössere Verwässerung. Die Titel der Credit Suisse verloren gut zwei Prozent.
Auch die Aktien von Julius Bär schwächten sich 2,2 Prozent ab, obwohl sich der Vermögensverwalter positiv über die Neugeldentwicklung in den ersten vier Monaten äusserte. Die schwachen Aktienmärkte und der starke Franken schlugen sich aber in einem Rückgang der verwalteten Vermögen nieder.
Die Rieter-Aktien gewannen knapp vier Prozent. Der Einstieg des Belag- und Klebstoffherstellers Forbo bei dem Textilmaschinenbauer und Autozulieferer bietet Diskussionsstoff. "Das hat für Fantasie gesorgt. Man spricht schon vom Aufbau einer Gruppe aus verschiedenen mittelgrossen Unternehmen der Schweizer Wirtschaft", sagte ein Händler.
Die Aktien von Schweizerhall schnellten acht Prozent hoch. Der Pharmazulieferer steht nach eigenen Angaben in Deutschland kurz vor der Zulassung eines Nachahmermedikaments für das Blutverdünnungsmittels Plavix des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis.
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