Gesenkte IAE-Prognose drückt Ölpreis auf 124 Dollar

Dienstag, 13. Mai 2008, 17:30 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Ölpreis hat am Dienstag deutlich unter seinem am Montag erreichten Rekordhoch notiert.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel zeitweise sogar unter 124 Dollar je Fass (159 Liter), nachdem die internationale Energiebehörde IEA ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage senkte. Zudem nahmen Investoren Gewinne mit, wie Händler erläuterten. Der Ölpreis hatte am Pfingstmontag erneut einen Rekord aufgestellt bei 126,40 Dollar.

Nach Einschätzung der Internationalen Energiebehörde (IEA) wird die weltweite Ölnachfrage 2008 wegen der gestiegenen Preise und der globalen Konjunkturabkühlung weniger stark anziehen als ursprünglich erwartet. Die Behörde senkte ihre Schätzung für den Ölverbrauch um 230.000 auf 1,03 Millionen Barrel (Fass zu 159 Litern) pro Tag. Eine nochmalige Prognosesenkung sei nicht ausgeschlossen, hieß es in ihrem monatlichen Ölmarkt-Bericht.

Nach Veröffentlichung des Berichts gab der Ölpreis zunächst deutlich nach, zog am Nachmittag aber wieder an. Ein Fass WTI kostete 124,10 Dollar je Fass, die Nordseesorte Brent 122,36 Dollar.

CHINA-BEBEN SORGT FÜR STEIGENDE ZINK-PREISE

Das schwere Erdbeben in China hatte einen Anstieg des Preises für Zink zur Folge. Investoren halten es für möglich, dass durch die Naturkatastrophe Produktionsanlagen zerstört sind. Zink verteuerte sich um bis zu sieben Prozent auf 2340 Dollar pro Tonne. "Grund ist das China-Beben, hinzu kommt ein Streik in einer Mine von Anglo American mit einem Ausstoß von 150.000 Tonnen im Jahr und ein drohender Streik in Peru", sagte ein Analyst.

Der Kupferpreis zog auf bis zu 8300 Dollar je Tonne an, verglichen mit 8265 Dollar am Vorabend. Ein höherer Dollarkurs begrenzte Marktteilnehmern zufolge aber die Gewinne.

Der Goldpreis hingegen gab um fast zwei Prozent nach auf 868,40 Dollar je Feinunze. Nach Veröffentlichung stärker als erwartet ausgefallener US-Einzelhandelsdaten verlor das Edelmetall an Attraktivität als Anlage zum Inflationsschutz und Absicherung gegen einen schwachen Dollar.