Dax legt leicht zu - Anleger bleiben vorsichtig
Frankfurt (Reuters) - An den europäischen Börsen üben sich die Anleger weiter in Zurückhaltung.
Die Indizes beendeten den Handel am Dienstag wenig verändert. Bei sehr geringen Umsätzen ging der Dax 0,3 Prozent höher auf 7060 Punkten aus dem Handel. "Das ist ein lustloses Hin und Her, von einem echten Trend kann man gar nicht sprechen", klagte ein Händler. Die Umsätze seien sehr gering. "Viele Anleger haben wohl wegen des schönen Wetters ihre Pfingstferien verlängert", fügte der Händler hinzu.
In New York gaben die großen Indizes einen Teil ihrer Gewinne vom Montag wieder ab. Zum Handelsschluss in Europa notierte der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent niedriger. Der Nasdaq-Composite lag 0,5 Prozent im Minus.
Wichtigster Gesprächsstoff an den Börsen bleibt der Zustand der US-Konjunktur. Im April hatte der Einzelhandel in den USA seine Umsätze überraschend klar gesteigert, rechnet man die Absätze der kriselnden Autobranche heraus. Dies habe für Erleichterung gesorgt, da ein Konsumeinbruch in der weltgrößten Volkswirtschaft offenbar nicht in Sicht sei, sagte ein Händler. Allerdings enttäuschte der verhaltene Ausblick des weltgrößten Einzelhändlers Wal Mart die Anleger, dessen Aktien um zwei Prozent fielen.
In Paris verloren die Papiere der Credit Agricole 5,6 Prozent. Die größte französische Privatkundenbank braucht nach neuen Abschreibungen eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Auch die heimische Konkurrentin Societe Generale und die belgisch-niederländische Finanzgruppe Fortis kamen an der Börse nicht gut an. Beide hatten im ersten Quartal mit den Nachwehen der globalen Finanzkrise zu kämpfen und Gewinnrückgänge verzeichnet. Societe Generale fielen um 0,8 Prozent, Fortis um 1,4 Prozent. Die deutschen Finanzwerte schlossen uneinheitlich. Während Deutsche Bank und Hypo Real Estate bis zu ein Prozent abgaben, zogen Commerzbank und Postbank um bis zu 0,8 Prozent an.
DEUTSCHE BÖRSE PROFITIEREN VON GERÜCHTEN
Größter Gewinner im Dax wie im EuroStoxx50 waren mit einem Plus von 4,7 Prozent die Aktien der Deutschen Börse, die von Spekulationen über eine Anteilsaufstockung des US-Hedgefonds Atticus getrieben wurden. "Das alte Gerücht geistert mal wieder durch die Handelsräume", sagte ein Börsianer. "Atticus hat ja selber gesagt, dass sie eher aufstocken wollen, und insofern ist das nichts wirklich Aufregendes."
Im Vorfeld der am Mittwoch anstehenden Quartalszahlen trennten sich viele Anleger von ThyssenKrupp-Aktien, die um zwei Prozent fielen. "Im Kurs ist eigentlich schon ein Ergebnis über den Erwartungen eingepreist, und falls es da jetzt eine böse Überraschung gibt, kann das die Aktie ordentlich in Schieflage bringen", sagte ein Börsianer.
Die rote Laterne hielten aber die T-Aktien mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass sich die staatliche Förderbank KfW von Telekom-Aktien trennen will und eine neue Umtausch-Anleihe begibt: "Das kommt gar nicht gut an."
Im Nebenwerteindex MDax gerieten Celesio-Aktien unter Druck, nachdem der Pharmahändler einen unerwartet starken Einbruch beim Vorsteuergewinn berichtet hatte. Die Titel verloren 7,3 Prozent.
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