US-Börsen im Minus - Wal-Mart und HP belasten

Dienstag, 13. Mai 2008, 19:43 Uhr
 

New York (Reuters) - Belastet durch einen enttäuschenden Ausblick des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart haben die US-Börsen am Dienstag Verluste verbucht.

Zudem konnten die milliardenschweren Übernahmepläne des Computer-Herstellers Hewlett Packard für den Internet-Dienstleister EDS die Anleger nicht überzeugen. Analysten befürchteten überdies, erneut steigende Ölpreise könnten die Konsumlaune trüben. Angesichts dieser Entwicklungen konnten auch positiv aufgenommene Konjunkturdaten zum Einzelhandel die Stimmung nicht aufhellen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte tendierte am frühen New Yorker Nachmittag 0,49 Prozent tiefer bei 12.813 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,13 Prozent auf 1401 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,14 Prozent auf 2485 Punkte. In Deutschland ging der Dax 0,3 Prozent höher mit 7060 Punkten aus dem Handel.

Während Wal-Mart im ersten Quartal dank Preissenkungen noch einen Gewinnanstieg verbuchte, enttäuschte der Konzern die Analysten mit einem verhaltenen Ausblick für das laufende Vierteljahr. Die Aktie verlor knapp zwei Prozent.

Der weltgrößte Computer-Hersteller HP will mit dem Kauf von EDS IBM als Branchenprimus bei Internet-Dienstleistungen näher rücken. Zugleich hob der Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr an. Anleger reagierten angesichts des hohen Kaufpreises aber skeptisch, die HP-Aktie verlor 6,9 Prozent. EDS-Aktien hatten nach Marktgerüchten über die Transaktion am Montag bereits 28 Prozent zugelegt. Am Dienstag stieg der Kurs noch einmal um 1,4 Prozent auf 24,42 Dollar.

Auch Finanzwerte verbuchten Verluste, nachdem Oppenheimer-Analystin Meredith Whitney die Papiere von Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley herabgestuft hatte. Whitney zufolge sind die Aussichten für die Investmentbanken düsterer als derzeit vom Markt bewertet.

Der Preis für US-Leichtöl stieg zwischenzeitlich auf fast 127 Dollar je Fass, am frühen Nachmittag lag er bei 126,20 Dollar.

Die Umsätze im US-Einzelhandel sanken im April zwar etwas stärker als erwartet. Ohne die kriselnde Automobilbranche hatten die Händler aber mehr in der Kasse als von Analysten erwartet. Dies dämpfte am Markt die Sorgen über die Wirtschaftsentwicklung. "Ich denke, dass ist ein Bericht, der uns sagt, dass die Wirtschaft sehr schwach ist, aber wenn wir in einer Rezession sind, wird die sehr kurz sein", sagte der Analyst Robert Macintosh von der Bostoner Eaton Vance Corp.

Nach Äußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke haben die Liquiditätshilfen der Fed den Finanzmärkten geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von einer Normalität entfernt, sagte Bernanke.