Euro verteidigt Gewinne - Rentenpapiere höher

Freitag, 9. Mai 2008, 17:04 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Euro hat am Freitag seine Vortagesgewinne verteidigt.

Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,5440 Dollar nach 1,5403 Dollar im späten US-Geschäft am Donnerstag. Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatten der Gemeinschaftswährung am Donnerstag Auftrieb verliehen. Trichet hatte keine Hinweise auf Zinssenkungen gegeben und statt dessen betont, dass der Preisstabilität nach wie vor oberste Priorität eingeräumt wird. "Wir sehen aber nach wie vor das Risiko, dass der Euro zum Dollar die Korrekturbewegung fortsetzt, da die Zuversicht bezüglich der US-Wirtschaft und die Idee einer Zinspause der Fed weiterhin im Markt dominieren", stellte Commerzbank-Analystin Antje Preaefcke fest. Enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sowie überraschend robuste US-Daten hatten dem Dollar zuletzt wieder Rückenwind gegeben und den Euro auf ein Zwei-Monats-Tief unter 1,53 Dollar gedrückt.

"Es hängt im Moment auch viel an der Marktpsychologie. Seit einiger Zeit wird das Ende der Krise gespielt. Negative Nachrichten aus den USA werden eher ausgeblendet und rufen nicht mehr zwingend eine Dollar-Schwäche hervor", sagte ein Marktteilnehmer. Dennoch gebe es im Markt eine deutliche Kaufbereitschaft für den Euro bei Kursen um 1,53 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Euro-Referenzkurs am Mittag mit 1,5458 nach 1,5347 Dollar am Vortag fest.

ISLÄNDISCHE KRONE UNTER DRUCK

Kommentare eines Zentralbankers haben die isländische Krone am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Euro stieg zeitweise über anderthalb Prozent auf 123,40 Kronen und war damit im Vergleich zu der Inselwährung so teuer wie seit Ende März nicht mehr. Seit Ausbruch der internationalen Finanzkrise im Sommer 2007 hat die isländische Krone damit rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Der Chefvolkswirt der isländischen Zentralbank hatte vor Gefahren für die Wirtschaft durch die starken Wechselkursschwankungen gewarnt. Die Währung sei eher eine Quelle für Instabilität, als dass sie externe Einflüsse dämpfen könne, sagte Arnor Sighvatsson der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). "Wir bewegen uns auf sehr gefährlichem Terrain."

STAATSANLEIHEN STEIGEN

Angesichts von Kursverlusten am Aktienmarkt fragten Investoren als sicher geltende Anlagen wie Rentenpapiere nach. Der Bund-Future stieg um 47 Ticks auf 114,88 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,024 Prozent. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen notierte bei 4,05 (4,15) Prozent. Der Rex-Rentenindex lag 0,5 Prozent im Plus bei 118,1594 Zählern.