Markte | Mittwoch, 9. Januar 2013, 18:54 Uhr

Alcoa spornt Aktienanleger an - Telekom im Aufwind

Frankfurt Die Quartalsbilanz des Aluminiumkonzerns Alcoa hat den Aktienanlegern am Mittwoch Mut gemacht.

Vor allem ein mögliches Anziehen der Weltkonjunktur, das Analysten aus den Alcoa-Zahlen herauslasen, sorgte für gute Stimmung an den Märkten. Der Dax schloss mit 7720,47 Zählern 0,3 Prozent im Plus. Der EuroStoxx50 stieg um 0,6 Prozent auf 2706 Punkte. In New York legte der Dow Jones mit den 30 Standardwerten um 0,6 Prozent auf 13.412 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 rückte 0,4 Prozent auf 1463 Zähler vor. Der Nasdaq kletterte um 0,5 Prozent auf 3107 Punkte.

Die Erleichterung über die Alcoa-Zahlen ließ die Anleger auch für die europäische Berichtssaison Hoffnung schöpfen. "Die Erwartungen sind ziemlich niedrig und wir haben in den vergangenen Monaten die Senkung vieler Prognosen gesehen", sagte Aktienstratege Robert Parkes von HSBC. "Es gibt deshalb die Chance auf positive Überraschungen." Analysten rechnen in diesem Jahr mit einem Wertzuwachs von rund neun Prozent bei europäischen Aktien.

Bei Alcoa beschwichtigte dem Marktstrategen Stan Shamu zufolge vor allem die Prognose für eine weltweit höhere Aluminium-Nachfrage die Anleger. An den Rohstoffbörsen zog der Preis für Aluminium, das unter anderem für den Flugzeugbau verwendet wird, um 1,1 Prozent auf 2090 Dollar pro Tonne an.

Alcoa hatte zwar einen Umsatzrückgang ausgewiesen, doch war dieser geringer als befürchtet ausgefallen. Dank hoher Einsparungen war der Alu-Riese auch wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Den Aktien des Konzerns nutzte die positive Gesamtstimmung indes nichts: Die in Frankfurt gelisteten Aktien schlossen 0,1 Prozent niedriger, in New York legten sie lediglich 0,1 Prozent zu. Der Rohstoffkonzern gilt als eine Art Barometer für die Weltkonjunktur, da seine Produkte in vielen Branchen verwendet werden.

Federn lassen mussten indes die Aktien von ArcelorMittal, die 2,5 Prozent einbüßten. Der weltgrößte Stahlkonzern will sich mit einer Kapitalerhöhung knapp 2,7 Milliarden Euro beschaffen und so seine Schuldenlast mindern. Dafür sollen Aktien und Wandelanleihen begeben werden.

EURO VOR EZB-SITZUNG SCHWÄCHER

Im Dax profitierten die Aktien der Deutschen Telekom vor allem von einem Bericht der "Financial Times" über Pläne zum Aufbau einer europäischen Infrastruktur gemeinsam mit den Konkurrenten. Das würde die Kosten senken und werde daher von Anlegern gerne gesehen, erklärte ein Händler. Die Telekom-Aktien stiegen um 3,4 Prozent auf 9,13 Euro und waren damit so teuer wie seit Mitte Oktober nicht mehr. Auch die Titel der möglichen Partner France Telecom und Telefonica zogen um 4,3 und 3,9 Prozent an.

Im Pariser Leitindex standen daneben die Aktien des Airbus-Mutterkonzerns EADS mit einem Plus von 3,9 Prozent hoch im Kurs. Als Grund führten Händler die Probleme des Konkurrenten Boeing mit seinem Prestige-Flieger Dreamliner an. Im Frankfurter MDax schlossen EADS 3,7 Prozent fester. Boeing-Papiere notierten in New York trotz der Pannenserie 3,1 Prozent fester.

Europaweit konnten die Bankenwerte ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Der Branchenindex gewann satte 2,3 Prozent, vor allem spanische und italienische Titel konnten kräftig zulegen. Im Dax gehörten Commerzbank-Papiere mit einem Plus von 3,1 Prozent zu den größten Gewinnern, Deutsche Bank verteuerten sich um 1,3 Prozent. Auftrieb hatte den Banken in dieser Woche vor allem der Beschluss des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht gegeben, den Instituten vier Jahre mehr Zeit einzuräumen, um ihre Liquiditätspuffer aufzufüllen.

Größte Dax-Verlierer waren die Aktien von Lanxess, die nach einem kritischen Kommentar der Analysten der Citibank 2,2 Prozent verloren und damit die Talfahrt vom Vortag fortsetzten.

An den anderen Märkten hielten sich die Anleger vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag zurück. Der Euro notierte bei 1,3060 Dollar nach 1,3080 Dollar am Vorabend in New York. Der Bund-Future gewann 17 Ticks auf 143,60 Zähler. Analysten rechnen indes nicht damit, dass die EZB an der Zinsschraube drehen wird.

X