Enttäuschende SAP-Zahlen vergraulen Dax-Anleger | Reuters
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Markte | Dienstag, 15. Januar 2013, 18:41 Uhr

Enttäuschende SAP-Zahlen vergraulen Dax-Anleger

Frankfurt Eine mit Enttäuschung aufgenommene Bilanz des Dax-Schwergewichts SAP hat am Dienstag die Anleger vom deutschen Aktienmarkt vertrieben.

Da auch der US-Haushaltsstreit wieder stärker in den Fokus rückte, gingen die Anleger auf Nummer Sicher und drückten den Verkaufsknopf. Der Dax schloss 0,7 Prozent niedriger bei 7675,91 Zählern. Der EuroStoxx50 verlor 0,5 Prozent auf 2700 Zähler.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten fiel in New York 0,1 Prozent auf 13.489 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sackte 0,2 Prozent auf 1467 Zähler ab. Der Nasdaq notierte 0,5 Prozent schwächer bei 3103 Punkten. An der Technologiebörse sorgte erneut die Apple-Aktie für lange Gesichter, die deutlich unter die Marke von 500 Dollar fiel. Anleger fürchteten weiterhin, dass der Absatz des iPhone 5 hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte.

An der Wall Street beobachteten Anleger zudem den Streit um die Anhebung der Schuldengrenze mit Sorge. Die Ratingagentur Fitch drohte den USA mit dem Entzug der Bestnote "AAA", sollte die Auseinandersetzung im Kongress kein gutes Ende nehmen. Darüber hinaus stellten sich Investoren Analysten zufolge zunehmend auf eine enttäuschende Bilanzsaison ein. Am Mittwoch legen Goldman Sachs und JPMorgan Chase ihre Zahlen vor, am Donnerstag folgen Citigroup und Bank of America.

Die Titel von SAP sackten bei hohen Umsätzen um 3,9 Prozent auf 58,70 Euro ab und schlossen damit als größte Verlierer im Dax. Börsianer bemängelten vor allem das Betriebsergebnis des Softwarekonzerns, das lediglich um sechs Prozent auf 5,02 Milliarden Euro zulegte. Prognostiziert hatte SAP eine Spanne von 5,05 bis 5,25 Milliarden Euro. Die operative Marge verringerte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 31,9 Prozent.

Die Zahlen seien nicht schlecht, hätten aber die Erwartungen verfehlt, kommentierte ein Händler das Ergebnis. Zudem habe Oracle eine sehr gute Bilanz vorgelegt, weshalb man sich wohl bessere Zahlen von SAP erhofft habe. Oracle hatte im Dezember eine überraschend deutliche Verbesserung seines Quartalsergebnisses präsentiert. Die Titel des SAP-Erzrivalen notierten in New York 0,7 Prozent schwächer.

BAYERNLB TRENNT SICH VON LUFTHANSA

Neben SAP gehörten die Anteilsscheine der Lufthansa mit einem Abschlag von 2,3 Prozent auf 14,30 Euro zu den größten Verlierern im Dax. Die BayernLB hat ihre Beteiligung an der Airline verkauft und treibt damit die von der EU geforderte Fokussierung auf das Kerngeschäft voran. Finanzkreisen zufolge platzierte das Institut über Nacht 8,8 Millionen Lufthansa-Aktien zu je 14,43 Euro bei Investoren in Europa und den USA und nahm damit 127 Millionen Euro ein. Das Paket entspricht 1,9 Prozent des Grundkapitals der Lufthansa.

Zudem gaben RWE um 3,1 Prozent auf 28,77 Euro nach. JP Morgan stufte die Titel auf "Underweight" von "Neutral" herunter und senkte das Kursziel auf 28 von 32 Euro.

Auf der Dax-Gewinnerliste standen Infineon mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent bei 6,64 Euro ganz oben. Händler verwiesen auf eine Hochstufung durch Exane BNP Paribas.

YEN MACHT WIEDER BODEN GUT

Am Devisenmarkt verkauften Anleger den Euro nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3337 Dollar nach 1,3342 Dollar am Vorabend in New York. Am Mittag war sie zum Schweizer Franken mit 1,24 Franken auf den höchsten Stand seit Dezember 2011 geklettert. Aufholen konnte der Yen, der zum Dollar auf 88,27 Yen anzog, nachdem er zuvor auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen war.

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