Markte | Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:56 Uhr

Aktienmärkte steigen - US-Konjunkturdaten helfen

Frankfurt Überraschend gute Daten vom Immobilien- und Arbeitsmarkt in den USA haben den Aktienbörsen am Donnerstag Auftrieb gegeben.

Auch eine als positiv bewertete Anleihe-Auktion Spaniens beruhigte die Anleger. Dass der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia im Januar absackte, schmälerte die Kursgewinne allerdings etwas.

Der Dax schloss 0,6 Prozent fester bei 7735,46 Zählern. Der EuroStoxx50 kletterte um 0,5 Prozent auf 2716 Punkte nach oben.

In New York stieg der Dow Jones mit den 30 Standardwerten um 0,5 Prozent auf 13.580 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 rückte ebenfalls um 0,5 Prozent auf 1479 Zähler vor. Der Nasdaq kletterte um 0,6 Prozent auf 3134 Punkte. An der Wall Street sorgte neben den Wirtschaftsdaten vor allem der kräftige Gewinnanstieg von eBay für gute Laune. Die Aktie des Internet-Auktionshauses kletterte um 2,8 Prozent.

In den USA stieg die Zahl der Baubeginne im Dezember auf 954.000 und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Zugleich überraschten US-Arbeitsmarktdaten positiv. Die gute Entwicklung im Immobiliensektor setze sich fort, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind überraschend positiv und mit einem robusten Aufbau neuer Stellen vereinbar." Die Daten könnten allerdings erneut Spekulationen auslösen, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik infrage stellen werde.

Im Dax führten die Aktien von HeidelbergCement die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent an. Auch die besonders stark auf Konjunkturmeldungen reagierenden Aktien von Lufthansa und ThyssenKrupp legten um 2,3 und 2,2 Prozent zu. Bei ThyssenKrupp kam hinzu, dass der Rivale AreclorMittal einem Insider zufolge 1,5 Milliarden Dollar für ein Werk des deutschen Stahlkonzerns im US-Bundesstaat Alabama bietet. Das brasilianische Unternehmen Companhia Siderurgica Nacional wolle 3,8 Milliarden Dollar für das Werk in den USA und für eine Mehrheit an dem Stahlwerk in Brasilien hinblättern. Verbindliche Angebote werden nach Angaben des Insiders Ende Februar erwartet. Die Aktien von ArcelorMittal schlossen 0,4 Prozent fester.

Auf der kurzen Dax-Verliererliste standen dagegen SAP mit einem Minus von 1,5 Prozent. Infolge der am Dienstag veröffentlichten enttäuschenden Quartalszahlen hatten die Analysten von Citigroup die Aktien auf "neutral" von "buy" heruntergestuft.

In Amsterdam sorgten Übernahmespekulationen für Kursgewinne bei KPN, die um 4,5 Prozent zulegten. US-Telekommunikationskonzerns AT&T betrachte die niederländische E-Plus-Mutter als Kaufoption, schrieb das "Wall Street Journal".

Zu den größten Gewinnern in Paris zählten EADS mit einem Plus von 2,9 Prozent. Die Airbus-Mutter will nach eigenen Angaben im laufenden Jahr mehr als 600 Flieger ausliefern. Zudem profitierten die Aktien weiter von den Schwierigkeiten des US-Rivalen Boeing mit seinem Prestigeflieger "Dreamliner", der nach mehreren Zwischenfällen derzeit am Boden bleiben muss. Boeing-Aktien verloren an der Wall Street 0,5 Prozent, nachdem sie am Vortag schon 3,4 Prozent eingebüßt hatten.

Spitzenreiter im Pariser CAC40 waren Carrefour mit einem Plus von 6,1 Prozent. Die Aktien des Metro-Rivalen profitierten von der Vorlage der Umsatzzahlen für das Weihnachtsquartal. Die im MDax gelisteten Metro-Titel zogen um 2,8 Prozent an.

EURO LEGT ZU, YEN VERKLIERT

Am Devisenmarkt machte der Euro seine Vortagesverluste wett. Mit 1,3353 Dollar notierte er am frühen Abend deutlich über seinem Kurs von 1,3288 Dollar am Vorabend. Devisenhändler führten dies vor allem auf technische Faktoren zurück.

Am Rentenmarkt stand der Rückgang der Kurse der deutschen Bundesanleihen im Fokus. Der Bund-Future fiel um 60 Ticks auf 142,77 Punkte. Zugleich konnte Spanien bei der Ausgabe von Anleihen mit Laufzeiten bis 2015, 2018 und 2041 insgesamt 4,5 Milliarden Euro einnehmen und landete damit am oberen Ende der angestrebten Spanne. Dabei zahlte Madrid geringere Renditen als zuletzt.

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