Markte | Mittwoch, 13. Februar 2013, 18:04 Uhr

Übernahmespekulationen hauchen Börsen Leben ein

Frankfurt Spekulationen auf eine Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone haben am Mittwoch wieder etwas Schwung in den deutschen Aktienmarkt gebracht.

Die Aktien des Kabelnetzbetreibers verteuerten sich im MDax um bis zu 14,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 72,75 Euro. Der Dax rückte um 0,8 Prozent auf 7719 Zähler vor, nachdem er am Vormittag nahezu unverändert notiert hatte. "Es gibt viel Geld im Markt, das investiert werden will", sagte ein Börsianer. Übernahmegerüchte würden daher mehr als dankbar aufgenommen.

Nach einem Bericht des "Manager Magazins" erwägt der britische Mobilfunkriese die milliardenschwere Akquisition von Kabel Deutschland. Der Plan liege jetzt zur Abstimmung bei Konzernchef Vittorio Colao, der der Übernahme "zugeneigt sei", hieß es. Vodafone und Kabel Deutschland wollten sich dazu nicht äußern. "An der Geschichte könnte durchaus etwas dran sein", erklärten Börsianer. Der Zukauf scheine für Vodafone Sinn zu ergeben - "weg vom margenschwachen Mobilfunkgeschäft hin zu stabilen Erträgen aus dem Kabelgeschäft". Vodafone notierten in London 1,7 Prozent schwächer.

Übernahmespekulationen machten auch bei Loewe die Runde: "Angeblich will Apple etwa vier Euro je Loewe-Aktie bieten", sagten mehrere Händler übereinstimmend. Der größte deutsche TV-Herstellers wusste davon nichts. "Aus unserer Sicht ist da nichts dran", sagte ein Firmensprecher. Apple lehnte eine Stellungnahme ab. Die Aktien stiegen um bis zu 17,6 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch.

ANLEGER SETZEN AUF AUTOWERTE

Für die gute Laune im Dax sorgten auch erfreuliche Konjunkturdaten: Das Barometer des Ifo-Instituts für das Weltwirtschaftsklima kletterte im ersten Quartal nach zwei Rückgängen um 11,7 auf 94,1 Punkte. "Nach dem Stillstand im vergangenen Halbjahr scheint die Weltkonjunktur wieder Tritt zu fassen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Münchner befragten 1169 Ökonomen aus 124 Ländern. Den stärksten Aufwind verzeichnete das Ifo-Institut in Asien.

Die steigenden Aktienmärkte zogen auch den Euro mit nach oben. Die Gemeinschaftswährung notierte in der Spitze bei 1,3520 Dollar nach 1,3453 Dollar im Vortagesgeschäft. An der US-Böse zeichnete sich eine freundliche Eröffnung ab.

In der Hoffnung auf weiter brummende Geschäfte in China griffen Anleger vor allem bei Autowerten zu. BMW, Volkswagen und Daimler legten im Dax zwischen 1,5 und 1,3 Prozent zu.

SOCIETE-ZAHLEN LASTEN AUF FINANZWERTEN

Auf der Verliererseite standen hingegen die Finanzwerte: Deutsche Bank und Commerzbank gaben um jeweils 0,4 Prozent nach. Auf der Stimmung lasteten enttäuschende Zahlen der Societe Generale. Die französische Bank schrieb angesichts der Schwäche in der Euro-Zone im vierten Quartal rote Zahlen und kündigte weitere Kostensenkungen an. Die Titel verbilligten sich um bis zu 4,1 Prozent auf 31,31 Euro und waren damit größter Verlierer im Pariser Leitindex. Der europäischen Bankenindex notierte 0,4 Prozent schwächer.

In Paris sorgte zudem Peugeot Citroen für Gesprächsstoff: Der Opel-Partner sieht trotz eines Milliardenverlusts im vergangenen Jahr eine Ende der Durststrecke. Um aus der Misere herauszukommen, will das Unternehmen 8000 Stellen streichen und ein Werk schließen. Dabei liege man über Plan, gab sich Firmen-Chef Philippe Varin optimistisch. Die Aktien verteuerten sich um 6,1 Prozent.

Ein Rekordhoch vermeldeten die Titel von Heineken mit einem Plus von 5,2 Prozent auf 54,66 Euro. Der niederländische Brauerei-Konzern hat im vergangenen Jahr dank guter Geschäfte in Afrika und in Nord- und Südamerika mehr Gewinn eingefahren als erwartet. Einige hätten wegen des mauen Europa-Geschäfts mit schlechteren Zahlen gerechnet, sagte ein Händler.

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