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Markte | Freitag, 11. Januar 2013, 19:45 Uhr

Euro auf Neun-Monats-Hoch- Aktienbörsen wenig verändert

Frankfurt Der Euro hat am Freitag seine Vortagesrally fortgesetzt und den höchsten Stand seit Anfang April 2012 erreicht.

Kurstreiber war Händlern zufolge weiterhin die Aussage der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag, auf absehbare Zeit die Zinsen nicht zu senken. Die Gemeinschaftswährung konnte auch gegenüber Schweizer Franken und Japanischem Yen zulegen.

An den Aktienmärkten hielten sich die Anleger dagegen zurück. Der Dax schloss 0,1 Prozent im Plus bei 7715,53 Punkten. Auf Wochensicht verzeichnete er ein Minus von 0,8 Prozent. Der EuroStoxx50 beendete den Tag 0,4 Prozent fester bei 2718 Zählern. Vor allem Technologiewerte wie SAP und Nokia sorgten dafür, dass sich die europäischen Indizes am Freitag in der Pluszone halten konnten.

In New York notierte der Dow Jones mit den 30 Standardwerten fast unverändert bei 13.476 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,1 Prozent auf 1470 Zähler. Der Nasdaq ging um 0,1 Prozent auf 3118 Punkte nach unten.

Die Stimmung an den Finanzmärkten bezeichneten Händler trotz der Atempause weiterhin als gut. "Die Leute kehren an den Aktienmarkt zurück, weil sie keine andere Möglichkeit haben", sagte Marktexperte Edward Page Croft von Stockopedia. Ähnlich äußerte sich auch ein Aktienhändler: "Ich glaube nicht, dass bei der jüngsten Aufwärtsbewegung alle dabei waren. Das könnte durchaus noch weiter nach oben gehen."

Im Fokus der Anleger stand der Euro, der auf bis zu 1,3365 Dollar stieg, nachdem er am Vortag bereits zwei Cent zugelegt hatte. Zur Schweizer Währung kletterte er auf 1,22 Franken, zum Yen auf 119,32 Yen.

NOKIA SETZEN HÖHENFLUG FORT

Technologieaktien ragten an den Aktienmärkten mit Kursgewinnen heraus. Nach einem Plus am Donnerstag von elf Prozent setzen die Aktien von Nokia ihren Höhenflug fort und schlossen 2,2 Prozent fester bei 3,40 Euro. Die Finnen waren im vierten Quartal dank des Erfolges ihres Lumia-Smartphones in der Handy-Sparte wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der europäische Branchenindex gewann 0,6 Prozent.

Auch die im Dax schwer gewichteten Papiere von SAP waren gefragt und legten 1,2 Prozent zu. Der Konzern hatte am Donnerstagabend angekündigt, dass die Software Hana ab sofort auch zur Steuerung aller Geschäftsprozesse in Unternehmen genutzt werden könne. Das neue Angebot erhöhe die Attraktivität des Kernproduktes von SAP und werde den Konzern beim Erreichen der mittelfristigen Finanzziele unterstützen, schrieb DZ-Bank-Analyst Oliver Finger in einem Kommentar.

Gute Nachrichten aus der Branche kamen auch aus Indien. Die Papiere von Infosys stiegen um knapp 17 Prozent, nachdem der Softwarekonzern nach einem überraschend guten Geschäftsquartal seine Umsatzziele angehoben hatte. Dies schob vor allem die Aktien des französischen Infosys-Wettbewerbers Cap Gemini an, die sich um 2,3 Prozent verteuerten.

Im MDax führten Hugo Boss die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent an. Der Finanzvorstand des Modekonzerns hatte in einem Reuters-Interview die Prognosen für 2012 bekräftigt und einen erneuten Anstieg der Dividende in Aussicht gestellt.

Hoch her ging es bei den Aktien der Commerzbank. Sie brachen bei überdurchschnittlichen Umsätzen abrupt um bis zu 6,9 Prozent ein, nachdem sie zunächst auf ein Neun-Monats-Hoch von 1,73 Euro gestiegen waren. Sie schlossen als größter Dax-Verlierer 3,5 Prozent tiefer bei 1,63 Euro. Einige Börsianer machten Spekulationen um eine Kapitalerhöhung für den Kurssturz verantwortlich. "Es gibt derzeit einen großen Appetit auf Bank-Aktien", sagte Edward Firth, leitender Finanzmarkt-Experte bei Macquarie. "Es wäre daher sinnvoll, wenn einige der schwächeren Banken das nutzen." Die Commerzbank gehöre zu ihnen. In Unternehmenskreisen wurden die Spekulationen aber zurückgewiesen. Commerzbank-Papiere haben an den ersten zehn Handelstagen 2013 rund 18 Prozent zugelegt. Damit liegen sie weit vor der zweitplatzierten Deutschen Bank, die in diesem Zeitraum 13 Prozent gewannen.

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