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Inland | Samstag, 27. Dezember 2008, 16:29 Uhr

Steinmeier billigt Israel Recht auf Selbstverteidigung zu

Berlin Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Israel nach dessen Angriffen auf Ziele im Gaza-Streifen das Recht auf Selbstverteidigung zugebilligt, zugleich aber Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung angemahnt.

Steinmeier sagte der "Bild am Sonntag" nach einer Vorabmitteilung, es sei an der radikal-islamischen Hamas, den Raketenbeschuss auf Israel sofort einzustellen. "Für die einseitige Aufkündigung der Waffenruhe mit Israel durch die Hamas fehlt der Bundesregierung jedes Verständnis", sagte der SPD-Politiker. Hamas müsse den Raketenbeschuss auf Israel sofort und dauerhaft einstellen.

Offiziell äußerte sich das Auswärtige Amt am Samstag zunächst nicht.

Die im Gaza-Streifen herrschende radikalislamische Bewegung hatte die Waffenruhe nach einem halben Jahr am Freitag vergangener Woche aufgekündigt und seitdem den Süden Israels mit mehr als 200 Granaten und Raketen beschossen. Wie die US-Regierung forderte Steinmeier Israel nicht zur Beendigung des Waffengangs auf. "Wir respektieren das legitime Recht Israels, sich selbst zu verteidigen. Gleichzeitig appelliere ich an die israelische Seite, bei den Militäraktionen das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu respektieren und alles zu tun, zivile Opfer zu vermeiden.

Die israelische Armee hatte am Morgen mit Luftangriffen auf den andauernden Beschuss seines Territoriums aus dem Gaza-Streifen reagiert. Dabei kamen mindestens 155 Menschen ums Leben.

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