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Ausland | Montag, 3. Dezember 2012, 15:13 Uhr

Russland und China warnen Nordkorea vor Raketenstart

Moskau Russland und China haben das kommunistische Nordkorea zur Zurückhaltung bei seinen Raketenplänen aufgefordert.

Der noch für dieses Jahr angekündigte Start einer weiteren Langstreckenrakete verstoße gegen Auflagen der Vereinten Nationen, erklärte das russische Außenministerium am Montag in Moskau. Russland appelliere deshalb dringend an die Regierung in Pjöngjang, die Entscheidung zu überdenken. China äußerte sich weniger scharf und rief alle Seiten auf, nichts zu unternehmen, was das Problem vergrößern würde. Nordkorea hatte am Samstag erklärt, noch vor Weihnachten eine Rakete starten zu lassen. Sie soll nach nordkoreanischer Darstellung einen Satelliten ins All befördern, der lediglich friedlichen Zielen dient.

Russland, das wie China Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist, betonte, Nordkorea müsse sich an den UN-Beschluss halten, der dem Land eindeutig die Nutzung von Waffentechnologie in der Raumfahrt verbiete.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte in Peking vor Journalisten, es sei im Interesse aller Beteiligten, wenn Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und im Nordosten Asiens erhalten blieben. Dies sei die gemeinsame Verantwortung aller Seiten, sagte der Sprecher. Südkorea und die USA hatten die Pläne Nordkoreas als Provokation verurteilt. Zuletzt ließ das kommunistische Land im April eine Rakete starten, die aber nach wenigen Minuten ins Meer stürzte.

Die Pläne für den zweiten Raketenstart Nordkoreas wurden rund zwei Wochen vor der Präsidentenwahl am 19. Dezember in Südkorea bekannt. Die Beziehungen zwischen beiden koreanischen Staaten, die seit Ende des Korea-Krieges 1953 formell zwar einen Waffenstillstand, aber keinen Frieden geschlossen haben, sind ein wichtiges Wahlkampfthema in Südkorea.

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