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Ausland | Mittwoch, 12. Dezember 2012, 08:09 Uhr

Nordkorea hat Langstreckenrakete gestartet

A woman holds an extra edition of a newspaper report on North Korea's rocket launch in Tokyo December 12, 2012. North Korea successfully launched a rocket on Wednesday, boosting the credentials of its new leader and stepping up the threat the isolated and impoverished state...
Reuters/Shohei Miyano (JAPAN - Tags: POLITICS MILITARY)
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A South Korean soldier watches a television report on North Korea's rocket launch at Seoul railway station in Seoul December 12, 2012. North Korea successfully launched a rocket on Wednesday, boosting the credentials of its new leader and stepping up the threat the isolated...
Reuters/Lee Jae-Won (SOUTH KOREA - Tags: MILITARY POLITICS SCIENCE TECHNOLOGY)
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Seoul/Tokio Nordkorea hat am Mittwoch gegen internationale Kritik zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Langstreckenrakete gestartet.

Die Rakete hob nach südkoreanischen Angaben kurz vor 10.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ) ab und flog über die japanische Insel Okinawa. Nach früheren nordkoreanischen Angaben soll die Rakete einen Satelliten ins All befördern, der lediglich friedlichen Zwecken dient. Die japanische Regierung protestierte umgehend gegen den Raketenstart. Japan und Südkorea beriefen Dringlichkeitssitzungen ihrer Sicherheitskabinette ein.

Die Regierung in Tokio teilte mit, die Rakete sei von der Westküste Nordkoreas aus in südliche Richtung abgefeuert worden. Das südkoreanische Militär bestätigte den Start. Kurz nach dem Abheben der Rakete berichtete der japanische Fernsehsender NHK, ihre zweite Stufe sei wie geplant vor der Küste der Philippinen ins Meer gestürzt. Es war zunächst nicht klar, ob die dritte Raketenstufe, die den Satelliten trägt, das Weltall erreicht hat.

Nordkorea äußerte sich zunächst nicht zu dem Raketenstart. Die Raketenpläne der kommunistischen Regierung in Pjöngjang sind unter anderem in Japan, den USA, Südkorea und Russland auf scharfe Kritik gestoßen. Die Länder werfen Nordkorea vor, nach Langstreckenraketen zu streben, die Atomsprengköpfe transportieren können. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Nutzung von Waffentechnologie in der Raumfahrt. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea Interkontinental-Raketen entwickelt, die eine Reichweite von mehr 6700 Kilometern haben und die USA treffen könnten. Im April war ein Raketentest Nordkoreas nach nur wenigen Minuten nach dem Start gescheitert.

Nordkorea hatte den Start der Langstreckenrakete am 1. Dezember angekündigt - gut zwei Wochen vor der Präsidentenwahl am 19. Dezember in Südkorea. Die Beziehungen zwischen beiden koreanischen Staaten, die seit Ende des Korea-Krieges 1953 formell zwar einen Waffenstillstand, aber keinen Frieden geschlossen haben, sind ein wichtiges Wahlkampfthema in Südkorea.

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