Unternehmen | Mittwoch, 9. Januar 2013, 13:20 Uhr

Peugeot beendet 2012 mit krachendem Absatzeinbruch

Paris Den französischen Opel-Partner PSA Peugeot Citroen hat der Einbruch der europäischen Märkte im vergangenen Jahr hart getroffen.

Die weltweiten Autoverkäufe der Firma brachen nach Angaben vom Mittwoch 2012 um 16,5 Prozent auf 2,97 Millionen Wagen ein. Vor allem die von der Schuldenkrise gelähmte Nachfrage in südeuropäischen Ländern habe zu dieser Entwicklung geführt. "PSA Peugeot Citroen hat die volle Kraft des anhaltenden Rückgangs zu spüren bekommen", stellte Markenchef Frederic Saint-Geours fest.

Doch auch der Rückzug aus dem Iran spiegelte sich in den Zahlen wider. Dort wollte Peugeot ursprünglich Wagen endfertigen lassen, legte die Pläne aber schon im Frühjahr 2012 auf Eis. Damit fehlten in der Jahresbilanz gut 300.000 Autos. Wären die Iran-Pläne umgesetzt worden, hätte sich der Rückgang auf 8,8 Prozent abgemildert.

LAGE BLEIBT SCHWIERIG

Die Lage ist prekär: In Frankreich wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 1,9 Millionen Autos neu zugelassen - das sind 14 Prozent weniger als 2011 und so wenige wie letztmals 1997.

Die Verkäufe Peugeots in China dagegen legten den Angaben nach um 9,4 Prozent zu auf 442.000 Fahrzeuge. Der Konzern will bis 2015 die Hälfte seines Absatzes außerhalb Europas erzielen, wie Peugeot bekräftigte. Helfen soll dabei unter anderem ein zweites Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik. China hat es bereits zum weltgrößten Automarkt geschafft. Doch auch dort dürfte sich das Wachstum Experten zufolge in diesem Jahr abschwächen.

Für das angelaufene Jahr prognostizierte der Renault-Rivale eine weitere Schrumpfung des europäischen Automarktes, und zwar um drei bis fünf Prozent. Ein Absatzziel nannte Peugeot nicht.

TRENNUNG VON FAURECIA NICHT AUF AGENDA

Peugeot steckt seit längerem tief in der Krise und schließt deshalb ein Werk bei Paris. Vergangenes Jahr hatten die Franzosen eine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls kriselnden Autobauer Opel besiegelt, um Kosten zu senken. Sowohl Peugeot als auch Opel schreiben rote Zahlen. Die Zusammenarbeit mit der GM-Tochter fällt indes deutlich kleiner aus als anfangs gedacht. GM war zuvor mit sieben Prozent bei Peugeot eingestiegen.

Für die angeschlagene Finanzierungssparte von Peugeot, Banque PSA Finance, hatte sich die Firma vergangenen Herbst bereits Staatshilfen im Volumen von sieben Milliarden Euro gesichert. Nun berichtete die Zeitung "Les Echos", die Regierung in Paris habe die EU-Kommission am Montag offiziell um Zustimmung zu den Plänen gebeten. Währungskommissar Joaquin Almunia hatte im Dezember gesagt, die Hilfen bedürften nicht der Prüfung der EU-Kommission. Sollten sie aber doch den Weg über Brüssel gehen müssen, könnte dies Auflagen der Kommission für die Geschäftspolitik von Peugeot zur Folge haben.

Heftig spekuliert wurde zuletzt auch über eine Trennung vom 57-prozentigen Anteil am Autozulieferer Faurecia. Die Gerüchte hatten den Kurs der Peugeot-Aktien am Montag um 13 Prozent nach oben getrieben. Saint-Geours stellte jedoch am Mittwoch klar: "Das steht nicht auf der Agenda."

Bis Mittag gaben Peugeot-Aktien um ein Prozent, Faurecia-Titel um 1,2 Prozent nach. Die Verluste waren größer als das Minus des breiten Marktes.

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