19. Juni 2017 / 13:19 / vor 4 Monaten

Spannungen zwischen Russland und USA nach Abschuss in Syrien

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov enters a hall during a meeting with United Nations Special Envoy for Syria Staffan de Mistura in Moscow, Russia, June 8, 2017. REUTERS/Sergei Karpukhin

Beirut/Moskau (Reuters) - Der Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs durch einen US-Jet belastet die Beziehungen zwischen den USA und Russland.

Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sprach von einem “Akt der Aggression” und warf den USA vor, Terroristen zu unterstützen. Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte an, in Zukunft alle Objekte im russischen Einsatzgebiet über Syrien als Ziele zu betrachten. Das US-Militär hatte am Sonntag erklärt, die syrische Maschine habe von den USA unterstützte Rebellen bombardiert. Die kurdisch-geführte Rebellengruppe SDF warf der Regierung in Damaskus zudem vor, sie seit Samstag in der Nähe von Rakka anzugreifen. Dort kämpft die SDF gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Das US-Militär hat wiederholt regierungstreue Einheiten in Syrien sowie vom Iran unterstützte Kämpfer angegriffen, die Streitkräfte der Anti-IS-Koalition bedroht haben sollen. Bis Sonntag war jedoch kein Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs bekanntgeworden. Dieser fand nach US-Angaben südwestlich von Rakka statt, die letzte IS-Hochburg im Land. Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte nach dem Vorfall an, die Kontakte mit den USA zur Verhinderung von Zwischenfällen im syrischen Luftraum auszusetzen. Die USA hätten diese Kommunikationskanäle vor dem Abschuss des syrischen Flugzeuges nicht genutzt, hieß es zur Begründung.

Das US-Militär hatte am Sonntag erklärt, der syrische Jet habe Bomben in der Nähe der SDF-Einheiten abgeworfen. Die Regierung in Damaskus wies dies zurück und sprach von einem Luftangriff auf IS-Ziele. Der abgeschossene Pilot sei vermisst. Die Regierung in Damaskus hatte zuletzt erklärt, ihr militärischer Fokus liege auf anderen Regionen und signalisierte damit, die Rebellen in Rakka gewähren zu lassen.

Die SDF-Miliz berichtete dagegen von wiederholten Angriffen der syrischen Regierungstruppen. “Seit dem 17. Juni führen die Streitkräfte des Regimes großangelegte Angriffe mit Flugzeugen, Artillerie und Panzern aus”, sagte ein Sprecher am Montag. Betroffen seien die im Mai nach Kämpfen gegen den IS eingenomme Stadt Tabka und der nahegelegene Damm. Die Islamisten haben in den vergangenen Monaten in Syrien wie im Irak große Teile ihres Gebiets verloren.

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