Ausland | Mittwoch, 19. Dezember 2012, 10:26 Uhr

Öffentlicher Dienst in Griechenland streikt

Athen Aus Protest gegen den Sparkurs der Regierung haben in Griechenland die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes am Mittwoch die Arbeit niedergelegt.

Zu dem 24-stündigen Streik hat die Gewerkschaft ADEDY aufgerufen, die rund eine halbe Million Arbeitnehmer vertritt. Es wurden erhebliche Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr und im Flugverkehr erwartet. Außerdem sollten Schulen und Steuerbehörden geschlossen bleiben.

Tausende von Lehrern, Ärzten und städtischen Beschäftigten wollten sich gegen Mittag zu einer Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt Athen versammeln. "Wir erwarten eine hohe Teilnehmerzahl", sagte ADEDY-Chef Costas Tsikrikas. Zuletzt hatten sich bei ähnlichen Aktionen die Demonstrantenzahlen aber verringert, nachdem das Parlament den jüngsten Einsparungen und Steuererhöhungen zugestimmt hatte und daraufhin die internationalen Geldgeber kürzlich die Freigabe weiterer Milliardenhilfen beschlossen. In Athen sollten 2000 Polizisten zum Einsatz kommen. Größere Ausschreitungen wurden allerdings nicht erwartet.

Unterstützung sollte ADEDY von der anderen großen griechischen Gewerkschaft GSEE erhalten, die die Beschäftigten der Privatwirtschaft vertritt. GSEE plante einen dreistündigen Solidaritätsausstand, um sich dem Demonstrationszug zum Ministerium für Verwaltungsreformen anzuschließen. Die kommunistische Gewerkschaft PAME hat zu einer eigenen Protestaktion aufgerufen. Zudem begannen Bahn-Beschäftigte eine 48-Stunden-Streik, um gegen die Privatisierungspläne der Regierung Front zu machen. U-Bahn- und Straßenbahnmitarbeiter wollten am Mittwoch für einige Stunden die Arbeit niederlegen und am Donnerstag komplett in den Ausstand treten.

"Wir werden weiter protestieren", sagte ADEDY-Chef Tsikrikas. "Wir fordern die Regierung dazu auf, diese ungerechte Politik zu ändern, die die Arbeiter trifft und den öffentlichen Dienst tötet." Der Sparkurs erfolgt auf Druck von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF), die das Land finanziell am Leben halten. Wegen der neuen Rettungsgelder hat Griechenland eine deutlich bessere Bonitätsnote von der Ratingagentur Standard & Poor's erhalten.

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