19. Mai 2017 / 10:09 / vor 4 Monaten

Schweden stellt Ermittlung gegen WikiLeaks-Gründer Assange ein

WikiLeaks founder Julian Assange makes a speech from the balcony of the Ecuadorian Embassy, in central London, Britain February 5, 2016. REUTERS/Peter Nicholls/Files

Stockholm (Reuters) - Die schwedischen Staatsanwaltschaft stellt die jahrelangen Ermittlungen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange ein.

Das Verfahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werde aufgegeben, teilte die Behörde am Freitag in Stockholm mit. “Das ist ein vollständiger Sieg für uns”, sagte Assanges Anwalt Per Samuelson. Damit endet ein seit sieben Jahren andauernder Rechtsstreit. Zwei Schwedinnen werfen Assange sexuellen Missbrauch vor, was der inzwischen 45-Jährige stets bestritt. 2012 suchte er in der Botschaft Ecuadors in London Schutz, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Der Gründer der Enthüllungsplattform musste befürchten, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden.

“Wir treffen keine Aussagen über seine Schuld”, sagte Staatsanwältin Marianne Ny. Die Entscheidung über die Einstellung sei getroffen worden, da die Strafverfolger keine Möglichkeit gesehen hätten, die Ermittlungen noch voranzubringen. Die britische Polizei erklärte, Assange umgehend zu verhaften, falls er die ecuadorianische Botschaft verlassen sollte. “Wir sind dazu verpflichtet, den Haftbefehl durchzusetzen”, erklärte die Polizei.

Auf WikiLeaks wurden zahlreiche geheime Dokumente der US-Streitkräfte und von US-Botschaften veröffentlicht. CIA-Direktor Mike Pompeo bezeichnete WikiLeaks erst vergangenen Monat als “feindlichen Geheimdienst”. Justizminister Jeff Sessions sprach sich dafür aus, Assange einzusperren. WikiLeaks hatte im US-Wahlkampf 2016 E-Mails von Mitarbeitern der Kandidatin Hilary Clinton und deren demokratischer Partei öffentlich gemacht, was viele Anhänger für die Niederlage gegen den jetzigen Präsidenten Donald Trump mitverantwortlich machten.

Am Mittwoch war in den USA nach siebenjähriger Haft die wegen Geheimnisverrats verurteilte WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning vorzeitig freigelassen worden. Die 29-Jährige, die sich heute als Frau fühlt, wurde als Soldat Bradley Manning weltweit bekannt. Von 2007 an war er für die US-Streitkräfte im Irak stationiert. Im Jahr 2010 gab er zahlreiche geheime Dokumente an WikiLeaks weiter. In einem Spionageprozess gab Manning die Taten zu.

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