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Liechtensteiner Treuhänder berät reuige US-Steuersünder
19. Mai 2009 / 13:51 / vor 8 Jahren

Liechtensteiner Treuhänder berät reuige US-Steuersünder

Gelesen in 3 Minuten

Zürich, 19. Mai (Reuters) - Der wachsende Druck auf die Steueroasen Liechtenstein und Schweiz bringt Steueranwälten und auch einer großen Liechtensteiner Treuhandfirma neues Geschäft. Der Treuhänder Kaiser Ritter Partner hat nach eigenen Angaben vom Dienstag als einer der ersten Geld-Berater mit der US-Steuerbehörde IRS eine Übereinkunft erzielt und darf nun reuige US-Steuersünder mit amtlichem Segen beraten und zur Selbstanzeige begleiten. Die Firma betritt Neuland: Liechtensteiner Treuhänder galten mit ihren Stiftungen lange als eine wichtige Schaltstelle, wenn es darum ging, Geld vor der Steuer in dem kleinen Fürstentum zu verstecken.

Der Beratungsbedarf dürfte riesig sein. 30 bis 50 Milliarden Dollar könnten die Vermögen von US-Amerikanern ausmachen, die in der Schweiz und in Liechtenstein in dieser Sache Rat nötig haben, schätzte Firmenchef Fritz Kaiser. Nachdem die Großbank UBSUBSN.VX in den USA im Februar 780 Millionen Dollar Strafe zahlen musste, um einer Anklage wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung zu entgehen, wollen viele Schweizer Banken mit US-Kunden nichts mehr zu tun haben und drängen sie zur Kündigung. Kaiser Ritter übernimmt solche Kunden nun und rät wo nötig zur Selbstanzeige. Die Firma verfüge über eine spezielle Anlaufstelle bei der US-Steuerbehörde, an die sich Kunden wenden können. Für Kunden aus Deutschland halte die Firma solide Steuerlösungen bereit.

Auf einer Sonderbehandlung können US-Steuersünder aber nicht hoffen. Bis zu einem Drittel des Vermögens sei nachher weg, so die Erfahrung des Treuhänders, der bisher zwischen 50 und 100 US-Kunden auf dem Weg zur Selbstanzeige beraten hat. Für das Halbjahr bis zum 23. September habe der IRS aber einen Rabatt in Aussicht gestellt. Kunden, die sich nicht zur Selbstanzeige entschließen können, will auch die Treuhandfirma nicht behalten.

Die Kaiser Ritter-Gruppe, die auch eine Bank zur Vermögensverwaltung betreibt, betreut knapp 8000 Kunden mit verwalteten Vermögen von 28 Milliarden Franken.

Reporter: Albert Schmieder; redigiert von Ralf Bode

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