Ausland | Mittwoch, 27. Februar 2013, 18:05 Uhr

Drei Tote bei Schießerei in Schweizer Holzfabrik

Menznau Bei der Schießerei in einer Schweizer Holzfabrik sind am Mittwoch drei Menschen getötet worden.

Ein Arbeiter erschoss nach Polizeiangaben zwei Kollegen und verletzte sieben weitere teilweise schwer. Als die Polizei eintraf, war auch der mutmaßliche Täter nicht mehr am Leben. Die Umstände seines Todes blieben ebenso unklar wie sein Motiv.

Kriminalpolizei-Chef Daniel Bussmann erklärte, der Täter habe zehn Jahre in dem Werk der Holzverarbeitungsfirma Kronoswiss in Menznau nahe der Stadt Luzern gearbeitet. Firmenchef Mauro Caprozzo beschrieb den 42-jährigen Schweizer als unauffällig: "Man hat ihm fast nicht gesehen oder gespürt." Spekulationen, wonach die Firma im Tagesverlauf einen Stellenabbau habe ankündigen wollen, wies Caprozzo zurück.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fielen die Schüsse am Morgen in einem Zeitraum von zwei bis drei Minuten. Die Toten und Verletzten seien in einer Werkstatt, einem Korridor und der Kantine gefunden worden. Die Produktion sei gestoppt worden und werde erst am Freitag wieder aufgenommen. Am Donnerstag plant die Firma einen Gottesdienst.

Im Januar hatte ein ehemaliger Psychiatrie-Patient in einem Schweizer Bergdorf drei Frauen erschossen und zwei Männer verletzt. Die Tat löste eine Debatte über schärfere Waffengesetze aus. So gibt es in der Schweiz bislang kein nationales Waffenregister. Schätzungen zufolge besitzt mindestens jeder dritte der acht Millionen Schweizer eine Schusswaffe. Schiessen und Jagen gehören zu den beliebtesten Sportarten in dem Alpenland. Zudem lagern viele Schweizer ihre Armeewaffen zu Hause. In einer Volksabstimmung sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung 2011 dagegen aus, die Armeewaffen außerhalb der Dienstdauer wegzuschließen.

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