17. Januar 2011 / 06:15 / vor 7 Jahren

Blatt: Schweizer Ex-Banker übergibt brisante Daten an WikiLeaks

Zürich (Reuters) - Ein früherer Schweizer Banker will einem Zeitungsbericht zufolge weitere brisante Bankdaten über die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichen.

<p>WikiLeaks' Twitter page is seen on a computer screen in Singapore January 9, 2011. REUTERS/Tim Chong</p>

Betroffen seien womöglich prominente Steuersünder, auch aus Deutschland, berichtete die Schweizer Zeitung “Der Sonntag”. Rudolf Elmer, der 2002 seinen Posten bei Julius Baer aufgeben musste und ab Mittwoch wegen Verletzung des Bankgeheimnisses vor Gericht steht, wolle am Montag auf einer Pressekonferenz in London weitere Daten an WikiLeaks übergeben. Auf zwei CDs seien die Namen und Kontodaten von rund 2000 Bankkunden, sagte Elmer dem Blatt zufolge. Darunter seien prominente Namen aus der Wirtschaft, Künstler und etwa 40 Politiker. “Die Dokumente zeigen, dass sie sich hinter dem Bankgeheimnis verstecken, wahrscheinlich um Steuern zu umgehen”, zitierte die Zeitung Elmer. Genannt würden Multimillionäre, internationale Firmen und Hedgefonds aus mehreren Ländern, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien.

Die Datensätze kämen von drei Finanzinstitutionen, unter anderem von Elmers früherem Arbeitgeber Julius Baer, und umfassten den Zeitraum von 1990 bis 2009, hieß es. Viele der Dokumente seien Elmer von anderen zugetragen worden. Die neuen Dokumente würden nicht unmittelbar nach Übergabe publiziert, berichte die Zeitung. Sie würden zunächst einer Sicherheitsprüfung unterzogen.

Weder Elmer noch Julius Baer waren zunächst für Stellungnahmen zu erreichen.

Elmer verhalf WikiLeaks als einer der ersten zu internationaler Aufmerksamkeit. Er hatte seinem Ex-Arbeitgeber während seiner Tätigkeit auf den Cayman Islands Kundendaten entwendet, die er dann vor ein paar Jahren auf der Enthüllungsplattform veröffentlichte. Mit den Daten wollte Elmer belegen, wie die Bank vermögenden Kunden systematisch bei der Hinterziehung von Steuern behilflich war. Auf internationalen Druck weichte die Schweiz kürzlich durch Steuerabkommen ihr Bankgeheimnis zur Aufklärung von Steuerhinterziehung auf.

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