Unternehmen | Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:16 Uhr

Faule Kredite lassen Santander-Gewinn einbrechen

Madrid Faule Kredite haben der spanischen Bank Santander die Bilanz verhagelt.

Der Gewinn brach 2012 um 59 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro ein, wie das größte Geldhaus der Euro-Zone am Donnerstag mitteilte. An der Börse in Madrid verloren die Aktien daraufhin rund 2,5 Prozent. Denn Analysten hatten der Bank einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro zugetraut.

Allen spanischen Banken setzt die in der Finanzkrise geplatzte Immobilienblase zu. Die Regierung hatte den Besitz von Wohnungen und Häusern lange gefördert. Als die Immobilienpreise aber nicht mehr stiegen, platzten in Spanien - ähnlich wie in den USA zu Beginn der Krise - zahlreiche Finanzierungen. Santander-Chairman Emilio Botin ist der Großteil der notwendigen Belastungen aus dem Immobilienbereich nun verbucht. Für 2013 kündigte er ein "starkes Ergebniswachstum" an.

Die extrem hohe Arbeitslosigkeit in Spanien von rund 25 Prozent könnte Santander jedoch auch dieses Jahr Probleme bereiten. Der auch von einer schweren Rezession belastete Heimatmarkt steht aber nur noch für 15 Prozent des Gewinns. Der dagegen mittlerweile viel wichtigere Wachstumsmarkt Brasilien kämpft unterdessen ebenfalls mit faulen Krediten, weil sich die Konjunktur dort abschwächt.

Zahlen des Santander-Rivalen BBVA werden am Freitag erwartet.

An die Europäische Zentralbank (EZB) hat Santander unterdessen 24 Milliarden Euro an langfristigen Sonderdarlehen ("LTROs") zurückgezahlt. Die Bank hatte insgesamt 35 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Mit diesen Mitteln hatte die EZB Geldhäusern in der Schuldenkrise geholfen. Die Gelder kamen zu besonders günstigen Konditionen.

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