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Ausland | Freitag, 2. November 2012, 16:05 Uhr

UN verdächtigt syrische Opposition der Kriegsverbrechen

Genf/Beirut Die Vereinten Nationen verdächtigen die syrische Opposition der Kriegsverbrechen.

Ein nach einem Rebellenangriff auf syrische Soldaten veröffentlichtes Video zeigt nach Einschätzung der Vereinten Nationen vermutlich Kriegsverbrechen. Der im Internet veröffentlichte Film werde geprüft, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag in Genf mit. Die Aufnahmen zeigen, wie Soldaten erschossen werden, nachdem sie sich Aufständischen gestellt haben. Das Video soll vom Donnerstag stammen, als Rebellen Oppositionsangaben zufolge mindestens 28 syrische Soldaten bei Angriffen auf Kontrollpunkte der Armee in der Nähe von Sarakeb im Norden Syriens töteten.

"Wie bei anderen Videos dieser Art ist es schwer, sofort nachzuprüfen, wo es aufgenommen ist und wer involviert ist", sagte ein UN-Sprecher. "Die Vorwürfe lauten aber, dass Soldaten zu sehen sind, die nicht mehr kämpfen. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt sehr wahrscheinlich, das es ein weiteres Kriegsverbrechen war."

Am Freitag gewannen Rebellen Oppositionsangaben zufolge die Kontrolle über die strategisch wichtige Region im Norden des Landes rund um Sarakeb. Die Regierungseinheiten hätten sich von allen Stützpunkten in der Nähe der Stadt zurückgezogen, teilte die oppositionelle Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mit. Sarakeb liegt in der Nähe der umkämpften Metropole Aleppo. Bei Sarakeb treffen zwei wichtige Verkehrswege aufeinander: Die Straße zwischen Aleppo und Damaskus sowie die Verbindung zwischen Aleppo und der Hafenstadt Latakia.

Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden. Sollten sie zutreffen, wäre Aleppo weiter von den Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad mit ihren Hochburgen im Süden des Landes isoliert.

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