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Syrien und Russland stoppen Angriffe - Putin kommt nach Berlin
18. Oktober 2016 / 11:22 / in einem Jahr

Syrien und Russland stoppen Angriffe - Putin kommt nach Berlin

Moskau/Genf (Reuters) - Syrien und Russland haben die Luftangriffe auf den von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos zwei Tage vor der angekündigten Feuerpause eingestellt.

Men carry their belongings from their damaged home near Guzhe village, northern Aleppo countryside, Syria October 17, 2016. REUTERS/Khalil Ashawi

Dies gebe Gelegenheit, Korridore vorzubereiten, über die Zivilisten und Aufständische die umkämpfte Stadt verlassen könnten, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag. Rebellenvertreter lehnte einen Abzug aber kategorisch ab. Der Syrien-Krieg wird auch Gegenstand von Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwochabend in Berlin.

Seit Wochen bombardieren russische und syrische Kampfflugzeuge Ost-Aleppo, um die Rebellen zu vertreiben. Hunderte Menschen sind dabei getötet worden. Der Westen hat vor allem Russland deshalb scharf kritisiert. Merkel will im Gespräch mit Putin insbesondere Hilfe für die Zivilbevölkerung erreichen. Weil die Lage “noch desaströser” geworden sei, lägen alle Optionen auf dem Tisch - auch Sanktionen, sagte die Kanzlerin in Berlin. “Aber Vorrang hat jetzt erst einmal, dass wir gucken müssen, das Leiden der Menschen in irgendeiner Weise zu lindern.” An dem Gespräch nimmt auch Frankreichs Präsident Francois Hollande teil. Eigentlicher Grund für die Zusammenkunft sind aber Beratungen der drei mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über die Lage in der Ostukraine.

REBELLEN: ABZUG WÄRE KAPITULATION

Die Angriffe auf Aleppo seien um 10.00 Uhr (09.00 Uhr MESZ) gestoppt worden, sagte Schoigu. Auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, nach heftigen Bombardements am frühen Morgen sei es ruhig geworden. Geplant ist nach Schoigus Angaben die Einrichtung von sechs Routen, über die Zivilisten, Kranke und Verletzte sicher aus dem Kriegsgebiet gebracht werden sollen. Die Extremisten könnten mit ihren Waffen über zwei weitere Korridore ungehindert abziehen. Dazu würden die syrischen Truppen von der Front etwas zurückverlegt. Die eigentliche Feuerpause soll am Donnerstag für acht Stunden gelten.

Zumindest zwei Rebellen-Gruppen schlossen einen Abzug aber aus. Dies käme einer Kapitulation gleich, sagte ein Sprecher der Fastakim-Gruppe in Aleppo. Auch ein Befehlshaber der Islamistengruppe Ahrar al-Scham kündigte die Fortsetzung des Kampfes an. In Aleppo gebe es keine Terroristen. Die Rebellen in Ost-Aleppo haben wiederholt erklärt, mit Al-Kaida verbündete Gruppen spielten in dem von ihnen gehaltenen Stadtgebiet keine Rolle.

UN: ZUSICHERUNG EINER SEITE IST ZU WENIG

Für die Vereinten Nationen ist es einem Sprecher zufolge nur möglich, in dem Gebiet aktiv zu werden, wenn alle Konfliktparteien ihre Waffen schweigen lassen. Bislang gebe es diese Sicherheitsgarantien nicht, sagte UN-Sprecher Jens Lärke. Die Zusicherung nur von einer Seite reiche nicht aus. Zudem müsse die syrische Regierung ihre Entscheidung zurückziehen, Hilfslieferungen in den Osten der Stadt zuzulassen. UN-Schätzungen zufolge sind dort 275.000 Zivilisten und 8000 Kämpfer der Rebellen eingeschlossen.

Bei den syrisch-russischen Angriffen sind in den vergangenen Wochen die meisten Krankenhäuser im Osten der Stadt zerstört worden. Nach UN-Informationen wurden allein in der Zeit vom 23. September bis zum 8. Oktober 406 Menschen getötet und 1.384 verletzt.

Russlands Verteidigungsminister Schoigu appellierte an jene Staaten, die Einfluss auf die Rebellen in Ost-Aleppo haben, deren Kommandeure zu überzeugen, die Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen. In Genf würden Militärexperten am Mittwoch damit beginnen, eine Trennung zwischen Terroristen und der syrischen Opposition vorzunehmen.

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