Edition:
Deutschland
Ausland | Donnerstag, 27. Dezember 2012, 12:12 Uhr

Syrer suchen nach Frieden in Moskau - UN-Gesandter erwartet

Moskau/Damaskus Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des syrischen Bürgerkriegs konzentrieren sich zunehmend auf Gespräche in Moskau.

Nachdem der syrische Vize-Außenminister Faisal Makdad am Donnerstag zu Beratungen in der russischen Hauptstadt eingetroffen war, wurde für Samstag ein Besuch des UN-Gesandten Lakhdar Brahimi erwartet. Dieser erklärte nach fünftägigen Verhandlungen in Damaskus, dass "ein wirklicher Wandel" notwendig sei. Einzelheiten nannte er nicht. Gerüchte über einen amerikanisch-russischen Friedensplan wies er ebenso zurück wie ein Sprecher des russischen Außenministeriums. Ein "vollständiger Plan" liege überhaupt nicht vor, sagte Brahimi. Ein entsprechender Vorschlag werde erst präsentiert, wenn alle Beteiligten ihm zugestimmt hätten.

Der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad hatte im März 2011 begonnen und ist zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen. Schätzungen zufolge sind mehr als 44.000 Menschen getötet worden. Die Rebellen meldete zuletzt Geländegewinne. Russland hält im UN-Sicherheitsrat die schützende Hand über seinen Verbündeten Syrien, hat jedoch inzwischen einräumt, dass die Aufständischen den Krieg gewinnen könnten.

Anlass zur Sorge geben auch Assads Chemiewaffen-Bestände, die in die Hände von Rebellengruppen oder Islamisten fallen könnten. Mehrere israelische Medien berichteten am Mittwoch, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe das Thema bei einem geheimen Treffen mit Jordaniens König Abdullah in Amman angesprochen. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

X