Yahoo streicht nach Gewinneinbruch jede zehnte Stelle

Mittwoch, 22. Oktober 2008, 06:53 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Der US-Internetkonzern Yahoo entlässt nach einem Gewinneinbruch mindestens 1500 seiner insgesamt 15.000 Mitarbeiter.

Falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, will der Spezialist für Internet-Werbung nach Angaben vom Dienstag 2009 sogar noch mehr Stellen streichen, um die Kosten zu drücken. Besonders in Ländern mit hohen Lohnkosten sollen Arbeitsplätze wegfallen - dagegen stellt der Konzern in Osteuropa, Indien und Südostasien fleißig Mitarbeiter ein. Yahoo hatte bereits Anfang des Jahres 1000 Arbeitsplätze gestrichen.

Börsianer zeigten sich erleichtert, dass Yahoo nicht wie befürchtet noch stärker von der Wirtschaftsflaute erfasst wurde. Deshalb kletterte die Aktie des Unternehmens nachbörslich um acht Prozent.

Der Nettogewinn schrumpfte um rund zwei Drittel auf 54,3 Millionen Dollar, wie Yahoo nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stieg indes um ein Prozent auf 1,79 Milliarden Dollar. Der Konzern bekam schmerzhaft zu spüren, dass viele Firmen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammenstreichen - und zwar nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien. Besonders Firmen aus der Reisebranche und dem Einzelhändel hätten Verträge gekündigt. Yahoo-Chef Jerry Yang betonte jedoch, dass sein Konzern zumindest Marktanteile gewinne.

Am Jahresende erwartet der Konzern keine Trendwende und stutzte deshalb seine Geschäftsprognosen. Für das vierte Quartal prognostiziert Yahoo Umsatzerlöse zwischen 1,773 und 1,973 Milliarden Dollar und damit maximal einen geringen Anstieg zum Vorjahr.