Obama verspricht "großes" Konjunkturprogramm
Washington (Reuters) - Der künftige US-Präsident Barack Obama hat zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft ein umfassendes Konjunkturprogramm in Aussicht gestellt.
Auf ein genaues Volumen wollte er sich bei der Vorstellung seines Wirtschaftsteams am Montag allerdings nicht festlegen. Die Einzelheiten wolle er mit seiner neuen Mannschaft ausarbeiten. Ziel sei die Schaffung von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen innerhalb von zwei Jahren, bekräftigte Obama.
Auch die angeschlagene US-Autoindustrie kann sich weiter Hoffnungen auf Finanzhilfen der Regierung machen. Obama versicherte, seine Regierung werde nicht zulassen, dass die Branche untergehe. Allerdings werde die Regierung den Herstellern auch keinen "Blankoscheck" ausstellen. Er forderte die Konzerne deshalb auf, überzeugende Pläne zur Überwindung der Krise vorzulegen.
Die US-Börsen gaben einen Teil ihrer Kursgewinne in Folge von Obamas Rede ab. Händler sprachen von Enttäuschung darüber, dass Obama keine Details zum Konjunkturprogramm nennen wollte.
Obama hatte am Wochenende bereits Hilfen für die Wirtschaft angekündigt. Da sich die Wirtschaftslage deutlich verschlechtert habe, werde der Umfang der Hilfen die bislang angepeilten 175 Milliarden Dollar übersteigen, sagte Obamas Wirtschaftsberater Austan Goolsbee im US-Fernsehen.
Der einflussreiche demokratische Senator Charles Schumer sagte nach Obamas Rede vor Journalisten in New York, es handele sich um ein "solides und bedeutendes" Konjunkturprogramm. Obamas Vorschlag zur Ankurbelung der Wirtschaft sei "genau das, was der Arzt verordnet" habe. Am Sonntag hatte Schumer gesagt, ein Paket von 500 bis 700 Milliarden Dollar werde benötigt.
Als Chef des Nationalen Wirtschaftsrates ernannte Obama Lawrence Summers, der in der Regierung von Bill Clinton Finanzminister war. Neuer Finanzminister wird der angesehene Chef der New Yorker Notenbank, Timothy Geithner.
Der Demokrat Obama übernimmt am 20. Januar vom Republikaner George W. Bush das Amt des US-Präsidenten. Bei einem Machtwechsel im Weißen Haus war die US-Wirtschaft seit den 1930er Jahren in keinem vergleichbar schlechten Zustand.
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