China will Studenten in der Wirtschaftskrise beruhigen

Sonntag, 21. Dezember 2008, 11:16 Uhr
 

Peking (Reuters) - Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao hat weitere Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft angekündigt.

Bei einem Überraschungsbesuch einer Universität in Peking sagte Jiabao am Samstag dem halbstaatlichen China News Service zufolge, dass die Lage jeden Tag neu bewertet und nötige Maßnahmen eingeleitet würden. Details nannte er nicht. Mit seinem Besuch suchte Jiabao Befürchtungen von Studenten zu zerstreuen, in der Wirtschaftskrise nach dem Abschluss ihres Studiums keine Arbeit zu finden. "Studenten, bitte bleibt ruhig", beschwichtigte der Ministerpräsident. Die Beschäftigung von Hochschulabsolventen habe Priorität. "Eure Schwierigkeiten sind meine Schwierigkeiten und wenn Ihr besorgt seid, dann bin ich noch besorgter."

Zunehmende Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit in der Bevölkerung lässt die Regierung um den sozialen Frieden fürchten. Vor allem die Studenten, die 1989 die brutal niedergeschlagene pro-demokratische Bewegung anführten, beunruhigen die Führung in Peking. Zudem deuten Prognosen daraufhin, dass das Wachstum in China im kommenden Jahr unter acht Prozent fallen könnte. Die Regierung hält diese Marke für nötig, um genügend Arbeitsplätze für Millionen von neu auf den Markt drängenden Chinesen zu schaffen und so Unruhen zu verhindern. Um die Wirtschaft anzukurbeln, legte China im vergangenen Monat ein Konjunkturpaket von umgerechnet gut 430 Milliarden Euro auf.