Dienstleistern in Deutschland bricht das Geschäft weg

Dienstag, 6. Januar 2009, 11:19 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Den Dienstleistern in Deutschland bricht das Geschäft weg.

Die Unternehmen sammelten im Dezember den achten Monat in Folge weniger neue Aufträge ein, der Rückgang war diesmal so groß wie seit Mai 2003 nicht mehr, wie das britische Marktforschungsunternehmen Markit am Dienstag zu seiner Umfrage unter etwa 500 Firmen mitteilte. Für die kommenden zwölf Monate erwarten die Befragten weiter rückläufige Geschäfte. Allerdings ist der Pessimismus nicht mehr ganz so groß wie im November.

Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister lag im Dezember bei 46,6 Punkten, nach 45,1 Zählern im November. Damit stieg er sogar noch etwas stärker als in einer ersten Schätzung mit 46,4 Punkten angenommen. Allerdings blieb das Barometer den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die weltweite Konjunkturschwäche mache es für die Unternehmen schwieriger, neue Kontakte zu knüpfen und Geschäftsbeziehungen einzugehen, teilten die Forscher mit. Zudem wurde die Finanzkrise als wichtiger Grund für den Auftragsrückgang genannt. Mehr als ein Drittel aller Betriebe sammelten im Dezember weniger neue Bestellungen als im Vormonat.

Das drückte auf die Auftragsbestände, die bereits den 13. Monat in Folge schrumpften. Betroffen davon waren etwa 28 Prozent der befragten Firmen. In der Folge bauten die Unternehmen den dritten Monat in Folge Stellen ab, allerdings blieb das Minus marginal. Dabei besetzten die Firmen einerseits frei werdende Stellen nicht mehr, andererseits gab es Kündigungen. Besonders betroffen waren Finanzvermittler, Gastwirte und Hoteliers sowie Transport- und Lagerunternehmen.

Die Unternehmen senkten ihre Preise so stark wie seit Juli 2005 nicht mehr. Als Grund nannten die Befragten neben der schwachen Nachfrage und dem hohen Wettbewerbsdruck auch die niedrigeren Kosten. Dabei profitierten die Unternehmen vor allem von den gesunkenen Spritpreisen; bei den Finanzfirmen sanken die Zinskosten. Erstmals seit fünfeinhalb Jahren sank das entsprechende Barometer unter die Wachstumsschwelle; das Minus fiel jedoch vergleichsweise gering aus.

ANMERKUNG:

Die Markit-Daten werden durch eine Befragung von Einkaufsleitern bzw. Geschäftsführern aus etwa 500 Unternehmen des Sektors ermittelt. Sie wurden auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum bei den Dienstleistern im Vergleich zum Vormonat hin, Werte unter 50,0 signalisieren eine Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 abweichen, desto stärker sind die Wachstums- oder Schrumpfungstendenzen. Als Frühindikator spiegelt der Index mit hoher Aktualität die konjunkturelle Lage und das Wachstum der Dienstleister in Deutschland wider.

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