Bauindustrie: Rezession trifft uns vor allem 2010 hart

Donnerstag, 8. Januar 2009, 11:27 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Wegen der Wirtschaftskrise erwartet die deutsche Bauindustrie dieses Jahr nur noch stagnierende Umsätze.

"Die volle Wucht der gesamtwirtschaftlichen Rezession" werde die Branche aber erst 2010 treffen, teilte der Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB) am Donnerstag mit. Eine konkrete Prognose für das kommende Jahr machte der neue HDB-Präsident Herbert Bodner allerdings zunächst nicht.

Wegen der guten Auftragslage rechnet Bodner für das erste Halbjahr 2009 noch mit einer vergleichsweise stabilen Produktion. Danach werde auch ein florierender öffentlicher Bau die Einbrüche in den Sparten Wohnungs- und Wirtschaftsbau kaum ausgleichen können. Die Preise dürften zwar nur noch moderat steigen, inflationsbereinigt laufe es 2009 jedoch auf ein Umsatzminus von etwa zwei Prozent hinaus. Die Zahl der Beschäftigten dürfe nur leicht auf rund 700.000 fallen.

Das vergangene Jahr war für die Branche überraschend positiv gelaufen. Der Verband geht nominal von sechs Prozent mehr Umsatz aus. Bisher hatte er nur ein Plus von vier Prozent veranschlagt. Treibende Kraft war einmal mehr der Wirtschaftsbau mit plus zehn Prozent. Auch der öffentliche Bau legte um sechs Prozent zu, das Sorgenkind Wohnungsbau nur um ein Prozent. Der Aufschwung sei vor allem den größeren Betrieben zugute gekommen.

Deutlich steigende Kosten bei den Vorprodukten wie Stahl, Bitumen und Zement hatten der Branche zu schaffen gemacht. Deshalb zehrten die höheren Baupreise einen großen Teil der Umsatzzuwächse auf. Unterm Strich blieb ein reales Plus von zwei Prozent - "deutlich mehr als zu Beginn des Jahres erhofft", sagte Bodner, der auch Chef von Deutschlands zweitgrößtem Baukonzern Bilfinger Berger ist. Er folgt als Verbandspräsident auf den ehemaligen Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel, der an die Spitze des Bundesverbandes der Deutschen Industrie wechselte.

Auch das mittelständische Baugewerbe hatte zuletzt für 2009 nur noch stagnierende Umsätze im Bauhauptgewerbe in Aussicht gestellt.