Deutsche Produktion mit stärkstem Einbruch seit 1991

Freitag, 6. Februar 2009, 12:54 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Das Produzierende Gewerbe hat seine Leistung im Dezember so stark gedrosselt noch nie seit der Wiedervereinigung.

Industrie-, Bau- und Energieunternehmen stellten preis- und saisonbereinigt 4,6 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der gesamtdeutschen Statistik 1991. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich ein Minus von 2,5 Prozent erwartet.

Das Ministerium sprach von einer "ausgeprägten Schwäche". Angesichts der stark sinkenden Nachfrage nach Industrieprodukten sei in den nächsten Monaten nicht mit einer Trendwende zu rechnen. Der Industrie brechen die Aufträge wegen der weltweiten Wirtschaftskrise in Rekordgeschwindigkeit weg: Im Dezember sanken die Bestellungen um 27,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Die Industrie drosselte ihre Produktion deshalb besonders stark. Sie ging am Jahresende um 5,3 Prozent zurück. Allerdings ergibt sich in den einzelnen Industriesparten ein differenziertes Bild. Die Hersteller von Verpackungen, Chemiefasern und anderen Vorleistungsgütern verzeichneten mit 8,2 Prozent das stärkste Minus, gefolgt von den Produzenten von Autos, Maschinen und anderen Investitionsgütern mit minus 4,9 Prozent. Dagegen kamen die Konsumgüterhersteller auf ein Plus von 0,1 Prozent.

Auch das Bauhauptgewerbe steigerte seinen Ausstoß um 1,4 Prozent. Die Energiewirtschaft fuhr ihre Leistung um 1,0 Prozent herunter.