SAP brechen die Software-Verkäufe weg - Gewinn schrumpft

Mittwoch, 29. April 2009, 08:25 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - Der Softwarehersteller SAP hat im Auftaktquartal die Folgen der Wirtschaftskrise mit voller Wucht zu spüren bekommen.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Softwarelizenzen brachen um ein Drittel auf 418 Millionen Euro ein, wie SAP am Mittwoch in Walldorf bei Heidelberg mitteilte. Damit verfehlte SAP die Erwartungen des Finanzmarkts deutlich. Mehr Geld verdiente der Konzern mit Software-Wartung, was die Umsatzeinbußen insgesamt minimierte.

SAP hat sich wegen der Wirtschaftskrise und der Investitionszurückhaltung seiner Kunden auf das schwierigste Jahr seiner Firmengeschichte eingestellt. Der Weltmarktführer für Unternehmens-Software will rund 3000 der zuletzt etwa 51.500 Stellen streichen, um die Kosten zu drücken. Co-Vorstandssprecher Leo Apotheker bekräftigte den Sparkurs des Unternehmens. "Das Umfeld wird 2009 eine Herausforderung bleiben", sagte der Manager, der SAP ab Juni als Vorstandschef allein führen wird. SAP werde weitere Schritte ergreifen, um die Ausgaben zu senken.

Für den Abbau von bislang 2200 Stellen gab SAP im ersten Quartal 160 Millionen Euro aus. Dies drückte den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn um 16 Prozent auf 410 Millionen Euro. Auch der Nettogewinn fiel daher mit 262 Millionen Euro deutlich niedriger aus als vor Jahresfrist und sank um 23 Prozent. Der nach Abzug aller Ausgaben und Investitionen verbleibende Free Cash Flow erhöhte sich im ersten Quartal deutlich um 30 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Damit sei der Barmittelbestand Ende März auf 2,95 Milliarden Euro gestiegen, teilte SAP mit.

Der Konzern bekräftigte seine bisherige Prognose für das laufende Jahr und hofft, dass die Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Software-Wartung 2009 um maximal ein Prozent schrumpfen werden. Wegen der Kosten für den Stellenabbau wird die operative Gewinnmarge mit 24,5 bis 25,5 Prozent deutlich niedriger als 2008 mit 28,4 Prozent ausfallen.