Trichet begrüßt Bekenntnis der USA zu starkem Dollar

Sonntag, 5. Juli 2009, 16:50 Uhr
 

Aix-en-Provence (Reuters) - In der von China angestoßenen Diskussion über eine neue Weltleitwährung hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet das Bekenntnis der USA zu einem starken Dollar begrüßt.

"Ich halte das für äußerst wichtig und heiße diese Erklärung willkommen", sagte Trichet am Sonntag bei einer Konferenz in Aix-en-Provence zu entsprechenden Äußerungen von US-Vertretern. Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und Zentralbankchef Christian Noyer forderten auf derselben Veranstaltung bessere internationale Absprachen zur Stützung der Währungen.

Nach wie vor ist der Dollar die Welt-Leitwährung. China hat jedoch vom G8-Gipfel diese Woche in Italien eine Debatte über eine Alternative zur US-Währung gefordert. Dafür setzt sich auch der russische Präsident Dmitri Medwedew ein. Das auf Dollar und Euro basierende System sei mangelhaft, sagte Medwedew italienischen Journalisten. Er sei sich aber bewusst, dass es gegenwärtig keine Alternative zu Euro oder Dollar gebe. "Wir prüfen daher, ob über die Schaffung von regionalen Reservewährungen nachgedacht werden muss", sagte Medwedew, der wiederholt eine Verringerung der Abhängigkeit von der US-Währung gefordert hat.

Als Alternative im Gespräch ist ein diversifiziertes Währungssystem, das sich stärker auch an anderen Währungen ausrichten soll. Ein Vorschlag ist, die Kunstwährung des IWF, die Sonderziehungsrechte (SZR), zu einer Reservewährungseinheit auszubauen.

Japan mahnte dagegen Unterstützung für den Dollar als Leitwährung an. Führende Nationen sollten die Position der US-Devise stärken, sagte Yoichi Suzuki vom Wirtschaftsministerium in Tokio. "Eine Diskussion über eine neue Weltleitwährung würde den Dollar schwächen und keinem Land nützen", fügte der japanische Hauptkoordinator für das G8-Treffen in Italien hinzu.

Die Rolle des Dollar als weltweite Reservewährung wird Kreisen zufolge im Abschlusskommunique des G8-Gipfels nicht ausdrücklich erwähnt. Das Thema werde wohl vage diskutiert, sagte ein europäischer G8-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Debatte habe aber noch nicht den Stand erreicht, um sie schriftlich in dem Kommunique festzuhalten.

 
Photo