Gouverneur - 90 Tote bei Tanker-Explosion in Afghanistan

Freitag, 4. September 2009, 09:07 Uhr
 

Kundus (Reuters) - Bei der Explosion eines Tanklastwagens sind im Norden Afghanistans nach Regierungsangaben mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen.

Zuvor hatte es einen Luftangriff durch die Nato in dieser Region gegeben. Zu der Explosion sei es gekommen, als Einwohner in einer ländlichen Region Treibstoff aus Tanklastwagen abgezapft hätten, sagte der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, am Freitag. Die Betroffenen seien verbrannt. Der Stammesälteste Mohammad Sarwar machte die radikal-islamischen Taliban wie auch die Regierung für die Explosion verantwortlich. Taliban-Kämpfer hätten die Tanker entführt und den Menschen den Kraftstoff angeboten, als es zur Explosion kam.

Die Nato erklärte, die internationalen Streitkräfte hätten in dem Gebiet einen Luftangriff geflogen. Das Ziel der Angriffe durch die ISAF seien Aufständische gewesen, sagte Hauptmann Jon Stock. Bei der Explosion seien zahlreiche Rebellen getötet worden. Die Bundeswehr sprach von 56 getöteten Aufständische. Deutsche Soldaten seien nicht verletzt oder getötet worden.

In der Vergangenheit gab es mehrere Fälle, wo Nato-Schläge zu zivilen Opfern führten. Unlängst hatte der Oberkommandierende der US- und Nato-Truppe, General Stanley McChrystal, gemahnt, die Einsatzführer sollten "die Fälle taktischer Erfolge - aber strategischer Verluste - durch zivile Opfer und hohe Schäden" vermeiden. Allein zwischen Januar und Mai sind nach UN-Angaben bei Luftangriffen etwa 800 Zivilisten ums Leben gekommen, was einer Zunahme von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.