Dienstleister in Euro-Zone spüren kräftigen Aufwind
Berlin (Reuters) - Das Wachstum der Dienstleister in der Euro-Zone gewinnt an Fahrt.
Die Unternehmen konnten ihre Geschäfte im Oktober so stark ausweiten wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, wie das britische Institut Markit am Mittwoch zu seiner Umfrage unter etwa 2000 Firmen mitteilte. Die Dienstleister profitierten dabei von einem anziehenden Neugeschäft. Zugleich gehen sie auch in den kommenden zwölf Monaten von einer Geschäftsbelebung aus. Der Aufschwung der deutschen Dienstleister hat allerdings an Tempo eingebüßt.
"Die Rückkehr der Dienstleister zu Wachstum ist beruhigend, weil sie auf ein auf breiterer Basis stehendes und damit hoffentlich nachhaltigeres Wachstum in der Euro-Zone hinweist", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg auf 52,6 Punkte von 50,9 Zählern im September und erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 2007.
Allerdings zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: So war das Wachstum in Frankreich so stark wie seit 20 Monaten nicht mehr, und erstmals seit 23 Monaten konnten sich auch die Dienstleister Italiens aus der Rezession befreien. Hierzulande signalisierte das Barometer hingegen ein deutlich schwächeres Wachstum als im Vormonat: "Deutschland ist zuletzt etwas abgefallen. Wir rechnen jedoch mit einer Stabilisierung in den kommenden Monaten", meint Experte Thilo Heidrich von der Postbank. Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 50,7 von 52,1 Zählern im September und lag damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
ZUVERSICHT UNGEBROCHEN
Zugute kam den Unternehmen in der Euro-Zone eine anziehende Nachfrage. Die Aufträge legten so stark zu wie seit fast zwei Jahren nicht. Auch hier sammelten die Firmen in Frankreich deutlich mehr Orders ein als im Vormonat, gefolgt von Italien und Deutschland. Auch ihre Aussichten beurteilten die Dienstleister günstig, wenngleich nicht mehr ganz so euphorisch wie noch im September. Immer noch seien aber deutlich mehr Firmen optimistisch als pessimistisch. "Das ist ein deutlicher Unterschied zu der Situation, die wir früher in diesem Jahr hatten, und weckt Hoffnungen auf einen anhaltenden Aufschwung im Dienstleistungssektor in den kommenden Monaten", schrieben die Forscher.
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