Verheugen warnt Europäer vor Bieterwettbewerb um Opel-Standorte
Berlin (Reuters) - Nach dem überraschend geplatzten Opel-Verkauf hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen die europäischen Länder mit Standorten des Autobauers vor einem Bieterwettbewerb gewarnt.
"Wenn jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können", sagte Verheugen dem "Hamburger Abendblatt" (Donnerstagausgabe). "Ob das die wirtschaftlich tragfähigsten wären, stünde in den Sternen." Die Opel-Mutter General Motors forderte er auf, nun ihrer Verantwortung gerecht zu werden und ihrer europäischen Tochter den notwendigen finanziellen und technischen Freiraum zu lassen.
Zugleich verteidigte Verheugen die Haltung der vorigen Bundesregierung, die sich für einen Opel-Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna stark gemacht hatte. Ohne den deutschen Überbrückungskredit über 1,5 Milliarden Euro wären die europäischen GM-Standorte im Frühjahr in Insolvenz gegangen. Er räumte allerdings ein, dass die jetzige Situation ohne das Eingreifen der EU-Wettbewerbsbehörde nicht entstanden wäre. Doch sei dieses nicht von ungefähr gekommen. "Die meisten EU-Länder mit GM-Standorten haben der deutschen Festlegung auf Magna sehr skeptisch gegenübergestanden und ökonomischen Nationalismus beklagt", sagte der EU-Kommissar.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte deswegen in die Verhandlungen über die Opel-Sanierung eingegriffen und GM damit die Möglichkeit verschafft, den Verkauf abzusagen.
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