IWF-Chef: Deflation einziger Ausweg für Griechenland

Montag, 12. April 2010, 10:02 Uhr
 

Berlin (Reuters) - IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sieht in einer Deflation den einzigen Weg für Griechenland aus der Krise.

Die Löhne und Preise müssten sinken, damit das südosteuropäische Land wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinne, sagte er in einem am Montag veröffentlichten Interview des österreichischen Magazins "Profil". "Griechenland muss genau den Weg zurückgehen, den es in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat." Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft des IWF, dem Land unter die Arme zu greifen. "Ich hoffe, dass es dazu gar nicht erst kommen muss", betonte Strauss-Kahn.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten ihr Hilfspaket für Griechenland am Wochenende konkretisiert. Das südosteuropäische Land enthält demnach bis zu 30 Milliarden Euro an Notfall-Krediten. Das insgesamt dreijährige Programm würde im Krisenfall noch um Mittel des IWF aufgestockt. Für Montag hatte Strauss-Kahn Gespräche des IWF mit Vertretern Griechenlands, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigt.

Der IWF-Chef sprach sich für eine stärker abgestimmte Wirtschaftspolitik in Europa aus. Dabei müssten auch Sanktionen geschaffen werden, wenn sich einzelne Länder nicht an die Abmachungen halten. "Wir brauchen ein Europa, das mehr Zähne zeigt." Künftig müsse auch das Wachstum in der Euro-Zone ausgeglichener sein. Die Finanzkrise sei zwar möglicherweise überstanden, die Erholung dürfte aber in Europa sehr schleppend verlaufen, und die Arbeitslosigkeit dürfte steigen.

 
<p>Managing Director of the International Monetary Fund (IMF) Dominique Strauss-Kahn pauses during a press conference following the G20 Summit on Financial Markets and the World Economy in Washington November 15, 2008. REUTERS/Molly Riley</p>