IWF: Sparkurs gefährdet Erholung in Euro-Zone

Donnerstag, 22. Juli 2010, 07:18 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet wegen des herrschenden Spardrucks ein schwächeres Wachstum in der Eurozone.

Vor allem der private Konsum dürfte angesichts der in vielen Ländern angekündigten Ausgabenkürzungen und Haushaltskonsolidierungen bis Ende nächsten Jahres als Motor einer konjunkturellen Erholung ausfallen, teilte der IWF nach Gesprächen mit Vertretern der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch mit. Im Zuge der Schuldenkrise in Europa schloss der IWF zudem weitere Schocks nicht aus. Auch deshalb empfahl der Währungsfonds der EZB, die Zinsen in der Euro-Zone noch etwas länger niedrig zu halten, um eine wirtschaftliche Erholung zu erleichtern.

Die Erholung der Wirtschaft könnte von den anhaltenden Spannungen am Markt wegen der hohen Staatsverschuldungen gebremst werden, hieß es in dem Bericht der Europa-Abteilung des IWF weiter. "In Ländern, in denen die fiskalpolitische Glaubwürdigkeit infrage gestellt wird, dürfte eine rigide Konsolidierungspolitik die Nachfrage in der nächsten Zeit unweigerlich dämpfen." Sollte die Wirtschaft wieder an Fahrt verlieren, könnten sich die weltweiten Finanzbedingungen verschärfen und der Euro spürbar an Wert verlieren. Zudem würde die Erholung der Weltwirtschaft darunter leiden.

"Das gesunkene Verbrauchervertrauen und die negativen Folgen der fiskalpolitischen Anpassungen - die in einigen Ländern der Euro-Zone beschleunigt werden - werden nur teilweise durch die Abwertung des Euro ausgeglichen", urteilten die IWF-Ökonomen. Ungeachtet dessen sei der gegenwärtige Euro-Kurs als angemessen zu bewerten.