Hypo Real Estate braucht weitere zwei Milliarden Euro

Freitag, 23. Juli 2010, 19:11 Uhr
 

München (Reuters) - Der marode Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat nach dem mangelhaften Abschneiden beim europäischen Stresstest bekräftigt, weiteres Kapital zu benötigen.

Insgesamt seien zehn Milliarden Euro notwendig, aber erst 7,87 Milliarden bewilligt, teilte das mittlerweile verstaatlichte Institut am Freitag in München mit. Hätte die Bank das Geld bereits, wäre sie in allen Szenarien auf eine Kernkapitalquote von über sechs Prozent gekommen.

Die HRE war beim europaweiten Belastungstests, bei dem die Auswirkungen einer neuerlichen Rezession sowie Verluste bei Staatsanleihen simuliert wurden, als einzige der 14 deutschen Banken durchgefallen. Im besonders kritischen Szenario kam die Bank nur auf eine Kernkapitalquote von 4,7 Prozent und lag damit, wie in einem weiteren und etwas milderen Szenario, unter den geforderten sechs Prozent.

Die Bank betonte, dass der Test nur bedingt aussagekräftig sei. Denn die Hypo Real Estate, die in der Finanzkrise nur mit Finanzhilfen von mehr als 100 Milliarden Euro am Leben gehalten werden konnte, ist im Begriff die größte "Bad Bank" in Deutschland auf die Beine zu stellen. In diese Abwicklungsanstalt sollen toxische Wertpapiere und ganze Unternehmensbereiche ausgelagert werden - insgesamt im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro. Die Übertragung der Vermögenswerte soll noch im zweiten Halbjahr erfolgen. Dies sei im Stresstest aber nicht berücksichtigt worden, hieß es. Es war daher auch damit gerechnet worden, dass die HRE durchfällt.