Dänische Bank Amagerbanken unter Zwangsverwaltung

Montag, 7. Februar 2011, 07:55 Uhr
 

Kopenhagen (Reuters) - Die kleine dänische Bank Amagerbanken hat sich unter die Zwangsverwaltung des Staates flüchten müssen.

Man erfülle nicht mehr länger die gesetzlichen Anforderungen, teilte die Bank am Sonntagabend mit. Abschreibungen hätten das Eigenkapital aufgezehrt. Die Einlagen der Amagerbanken seien an die Behörde zur Verwaltung gestrauchelter Banken übertragen worden. Diese werde das Geldhaus abwickeln. Die Aktionäre der Amagerbanken müssten mit einem Verlust ihrer Anlagen rechnen. Nach früheren Angaben hat die Bank 100.000 Privat- und 10.000 Geschäftskunden. Die Amagerbanken ist das zehnte Instituts in Dänemark, das seit der Finanzkrise 2008/2009 unter Zwangsverwaltung fällt.

Der dänische Zentralbank-Gouverneur Nils Bernstein erklärte noch am Sonntagabend, der Finanzsektor des Landes verfüge generell über ausreichend Kapital und Liquidität. Die Pleite der Amagerbanken ändere an dieser Einschätzung nichts.

Die Amagerbanken werde ihren Geschäftsbetrieb am Montag normal weiterführen, hieß es. Der Handel mit den Aktien und den Anleihen der Bank an der Börse Kopenhagen seien aber ausgesetzt. Unter der Obhut der Banken-Behörde werde die Amagerbanken Kapital und Liquidität erhalten, die zur Erfüllung der gesetzlichen Banken-Vorschriften erforderlich seien. In Dänemark war 2010 die Regelung ausgelaufen, wonach der Staat für alle Einlagen bei den Banken des Landes haftet. Der Amagerbanken zufolge müssen deshalb nun jene Sparer, die mehr als 100.000 Euro auf ihren Konten bei der Bank haben, bei einer Schließung des Geldhauses mit einem Verlust von etwa 41 Prozent ihrer Einlagen rechnen.

Die Bank erklärte, nach einer Überprüfung ihrer Engagements habe man sich zu einer Abschreibung im vierten Quartal von 3,14 Milliarden Kronen (421 Millionen Euro) entschieden. Das Eigenkapital der Bank habe per Ende September aber nur 2,44 Milliarden Kronen betragen.