Westerwelle warnt vor raschen Festlegungen in AKW-Laufzeitfrage

Samstag, 19. März 2011, 12:57 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Aus Sicht der FDP zieht das Atom-Moratorium der Bundesregierung nicht unbedingt kürzere Laufzeiten der Atomkraftwerke nach sich.

"Ich wäre mit konkreten Schlussfolgerungen vorsichtig", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) hatten zuvor erklärt, der Ausstieg aus der Atomenergie sollte nach der Atomkatastrophe in Japan möglichst beschleunigt werden. Der FDP-Chef sagte dagegen, er wolle sich wenige Tage nach dem AKW-Unfall in Fukushima nicht anmaßen, was nun alles in Deutschland zu tun sei.

Die Bundesregierung hat mit ihrem Moratorium die erst vergangenes Jahr beschlossene Verlängerung der AKW-Laufzeiten für drei Monate ausgesetzt. In dieser Zeit soll überlegt werden, welche Schlussfolgerungen aus dem Desaster im japanischen Atomkraftwerk Fukushima für die Sicherheit der AKW in Deutschland gezogen werden.