Konkurrenz setzt Samsung zu - Gewinn bricht ein

Donnerstag, 7. April 2011, 15:47 Uhr
 

Seoul (Reuters) - Der südkoreanische Elektronikriese Samsung Electronics bekommt die starke Konkurrenz bei Fernsehern und Tablet PCs etwa durch Apples iPad deutlich zu spüren:

Nach ersten Schätzungen des Unternehmens vom Donnerstag wird der weltgrößte Speicherchiphersteller für das abgelaufene erste Quartal einen Gewinneinbruch von rund einem Drittel zum Vorjahr ausweisen. Allerdings dürften sich die Erträge schon im zweiten Vierteljahr wieder erholen - dank der erwarteten Preissteigerungen bei Speicherchips. In welcher Größenordnung sich das Erdbeben in Japan auf die Geschäfte des wertvollsten Unternehmens Asiens mit einem Börsenwert von rund 142 Milliarden Dollar auswirken wird, bleibt zunächst unklar. Samsung ist das erste große asiatische Technologie-Unternehmen, das nach den Naturkatastrophen in Japan vom 11. März über die Geschäftsentwicklung berichtet.

Der operative Gewinn wird sich in den drei Monaten per Ende März nach Firmenangaben auf umgerechnet maximal 1,9 Milliarden Euro belaufen und damit so niedrig ausfallen wie sei fast zwei Jahren nicht mehr. Das wären 34 Prozent weniger als vor Jahresfrist und vier Prozent weniger als im Vorquartal. Auch die niedrigeren Preise für Flachbildschirme sowie eine geringere Nachfrage sind Gründe für den Rückgang. Den Umsatz erwartet Samsung bei umgerechnet 23,8 Milliarden Euro. Die offizielle Quartalsbilanz wollen die Südkoreaner Ende April vorlegen.

"Der Speicherchip-Bereich wird die Erholung der Gewinne von Samsung vorantreiben", sagte Lee Min-Hee von Dongbu Securities. "Wir machen uns aber mehr Sorgen über ihre fertigen Produkte wie Handys, Tablet-PCs und Fernsehgeräte", sagte er. Dort konkurriert Samsung mit den Galaxy-Reihen vor allem mit dem iPhone oder iPad von Apple, zudem haben fast alle Handyhersteller ihren Smartphone-Bereich massiv ausgebaut, um vom boomenden Markt zu profitieren. Auch tummeln sich mittlerweile viele Tablet PCs auf dem Markt.

Für Samsung steigen die Risiken nach Einschätzung von Experten. Der Won werde stärker und das Unternehmen stehe in all seinen Sparten außer dem Chip-Geschäft unter Druck, sagte Jung Kyun-Sik von Eugene Asset Management.

Ein längerer Produktionsausfall in Japan wegen des Bebens könnte auf die Umsätze von Samsung drücken. Samsungs wichtigster Kunde, der japanische Elektronikkonzern Sony, musste die TV-Fertigung wegen des Bebens unterbrechen. An der Börse in Seoul schlossen Samsung-Aktien 1,5 Prozent schwächer.

 
<p>A visitor touches an ultra slim flat screen TV by Samsung at the Internationale Funkausstellung (IFA) consumer electronics fair at "Messe Berlin" exhibition centre in Berlin, September 3, 2010. REUTERS/Christian Charisius</p>