Griechische Institute verschmelzen zu Megabank

Montag, 29. August 2011, 17:15 Uhr
 

Athen (Reuters) - Unter dem Druck der Schuldenkrise fusionieren die griechischen Großbanken Alpha und Eurobank zum größten Finanzinstitut in Südosteuropa.

Die Verschmelzung erfolge über einen Aktientausch, teilten die Nummer zwei und drei am Markt am Montag mit. Die Fusionsnachricht löste eine Rally griechischer Bankenwerte an der Athener Börse aus. Der Brancheindex legte mehr als 20 Prozent zu, Alpha- und Eurobank-Papiere rund 30 Prozent.

Anleger hofften auf weitere Zusammenschlüsse in der gebeutelten Branche. Auf sich allein gestellt sind die meisten Hellas-Geldhäuser von der Refinanzierung über den Interbankenmarkt abgeschnitten. Teils war bereits vermutet worden, es werde deswegen ein Rettungsfonds für die Banken nötig. Das Zusammengehen von Alpha und Eurobank gilt nun als Zeichen dafür, dass die Institute sich selbst zu helfen wissen und keine Staatshilfen benötigen.

Die Kosten des Tausches griechischer Anleihen drücken beide Banken tief in die Verlustzone. Die Alpha Bank verlor im ersten Halbjahr unter dem Strich fast 525 Millionen Euro, inklusive der Kosten im Zuge des Tausches. Die Eurobank, die beim Stresstest durchgefallen war, verbuchte netto ein Minus von 588 Millionen Euro. Miteingerechnet seien auch hier die Auswirkungen des Anleihentausches, teilte das Institut mit. Diese bezifferte das Geldhaus auf 664 Millionen Euro.

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Die Banken kämpfen im Strudel der Schuldenkrise vor allem mit dem Abfluss von Kapital, der Abwertung von Staatsanleihen, einer steigenden Risikovorsorge und Belastungen durch den geplanten Tausch von griechischen Staatsanleihen im Rahmen des zweiten internationalen Hilfspakets. Griechische Banken sind die größten privaten Gläubiger der sich auf mehr als 300 Milliarden Euro belaufenden Verbindlichkeiten des Landes. Im Gegenzug für das 110 Milliarden Euro schwere Programm von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat der Mittelmeerstaat eine stärkere Überwachung seines Bankensektors zugesichert, einschließlich vierteljährlicher Stresstests.

Das fusionierte Institut stößt den einheimischen Marktführer National Bank (NBG) vom Thron. NBG hatte Anfang des Jahres erfolglos die Hände nach der Alpha-Bank ausgestreckt.

Der griechische Finanzminister begrüßte die Fusion in der schuldengeplagten Wirtschaft: "Diese Initiative zeigt, dass die heutige Krise eine Chance für strukturelle Veränderungen bieten kann, die den Finanzsektor und die Realwirtschaft stützen." Auch Analysten halten das Zusammengehen für den richtigen Schritt. "Es zeigt, dass die Banken willens sind zu kooperieren, um die Schwierigkeiten zu meistern", sagte Alexander Kyrtsis von der UBS. Immer wieder hatte auch die Europäische Zentralbank (EZB) die griechische Bankenbranche zu Konsolidierungen ermutigt. Griechenland befindet sich seit mehreren Quartalen in der Rezession, die Banken sind auf die Finanzierung über die EZB angewiesen.

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