Spanien und Frankreich finden genügend neue Geldgeber

Donnerstag, 1. Dezember 2011, 17:32 Uhr
 

Madrid/Paris (Reuters) - Auftatmen in Spanien und Frankreich: Trotz der ausufernden Schuldenkrise haben beide Staaten neue Geldgeber gefunden und Milliarden am Kapitalmarkt eingesammelt.

Während Spanien bei der Auktion so hohe Zinsen wie seit 14 Jahren nicht mehr zahlen musste, kam das Nachbarland teilweise wieder etwas günstiger an Geld. Die Nachfrage nach den Papieren war stark. Die Märkte reagierten erleichtert.

Spanien nahm bei drei Versteigerungen von Papieren mit kurzer Laufzeit insgesamt 3,75 Milliarden Euro ein. Den höchsten Zins musste das klamme Land für eine bis 2017 laufende Staatsanleihe bezahlen: Er erreichte mit 5,544 Prozent den höchsten Stand seit 14 Jahren. Ende Oktober waren es lediglich 4,782 Prozent. "Wie so oft in diesen Tagen, lag der Fokus einzig und allein darauf, dass die Sache über die Runden gebracht wurde", sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. "So gesehen war die Auktion erfolgreich."

ERLEICHTERTE REAKTIONEN

Frankreich nahm bei der Versteigerung von Staatsanleihen mit langer Laufzeit 4,35 Milliarden Euro ein. Bei den zehnjährigen Bonds fiel der Durchschnittszins leicht auf 3,18 von 3,22 Prozent, bei Papieren mit 15 Jahren Laufzeit auf 3,65 von 3,77 Prozent. Anders fiel das Ergebnis bei den 30-jährigen Anleihen aus: Hier stieg die Rendite auf 3,94 von 3,72 Prozent. Die Nachfrage war sehr groß: Die Auktionen waren zwei- bis dreifach überzeichnet.

Anleger am Aktienmarkt reagierten erleichtert. Der Dax machte seine Verluste wett. Der Euro zog ebenfalls leicht an auf 1,3498 Dollar. Die Risikoaufschläge für zehnjährige spanischen Staatsanleihen im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe fielen auf ein Drei-Wochen-Tief, die für französische Papiere sogar auf ein Vier-Wochen-Tief. Auch die Kosten für Kreditausfallversicherungen sanken.

 
<p>A broker looks at trading screens at a brokers' office in Madrid December 1, 2011. REUTERS/Andrea Comas</p>