Schäuble - Griechen haben Verbleib in Euro-Zone in eigener Hand

Sonntag, 12. Februar 2012, 10:42 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung stellt sich auch auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone ein.

Das Land müsse seine Hausaufgaben machen, um wettbewerbsfähig zu werden, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der "Welt am Sonntag". Dabei räumte er ein, dass dies auch außerhalb der Währungsgemeinschaft geschehen könne. "Das haben die Griechen alles selber in der Hand", sagte er. "Aber selbst für den Fall, von dem die allermeisten nicht ausgehen, blieben sie in Europa." Diesen Weg wolle Deutschland aber vermeiden.

Schäuble bekräftigte seine Forderung, dass Regierung und Volk in Athen ihre bisherigen Zusagen einlösen müssten. Griechenland dürfe kein Fass ohne Boden sein, sagte er. "Deswegen müssen die Griechen endlich den Boden einziehen. Dann können wir auch etwas reintun."

Das Parlament in Athen stimmt am Sonntag über weitere Einschnitte ab, die Voraussetzung für weitere Hilfen der internationalen Geldgeber sind. Die von den Konservativen und der sozialistischen Pasok unterstützte Regierung hat ausreichend Stimmen. Die Zahl der Gegner des im Volk unpopulären Sparkurses hat zuletzt jedoch auch unter den Abgeordneten deutlich zugenommen.