Hannover Rück schlägt sich 2011 besser als Münchener Rück

Montag, 13. Februar 2012, 17:15 Uhr
 

München (Reuters) - Die Hannover Rück hat sich im vergangenen Jahr deutlich besser geschlagen als der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück.

Der norddeutsche Konzern teilte am Montag mit, 2011 nach Steuern rund 600 Millionen Euro verdient zu haben. Das ist viel mehr als die zuletzt vom Management prognostizierten mehr als 500 Millionen Euro. Konkrete Zahlen soll es Mitte März geben.

2011 war für die Versicherer wegen der enormen Belastungen aus Naturkatastrophen ein sehr schwieriges Jahr. Ein Gewinnrückgang von rund 20 Prozent, wie er sich bei der Hannover Rück ergibt, wäre da schon ein Erfolg. Bei der viel größeren und normalerweise auch finanzstärkeren Münchener Rück brach der Überschuss vergangenes Jahr um 70 Prozent auf 710 Millionen Euro ein.

Die Konkurrenz aus Hannover begründete ihr gutes Abschneiden mit einem hohen Gewinn aus den Kapitalanlagen, vor allem durch den Verkauf von Staatsanleihen mit guter Bonität. Die frei werdenden Mittel will die Nummer drei der Rückversicherer bevorzugt in Unternehmensanleihen stecken. Neben den Belastungen aus Naturkatastrophen, besonders durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland, mussten viele Versicherer 2011 wegen der Schuldenkrise noch schmerzliche Abschreibungen auf Aktien und andere Wertpapiere verkraften. Die Hannover Rück hatte ihren Aktienanteil und ihr Portfolio mit griechischen Staatsanleihen aber relativ früh abgebaut und dadurch Verluste vermieden.

Ursprünglich hatte die Hannover Rück mit einem Überschuss von 650 Millionen Euro gerechnet. Diese Prognose wurde aber nach dem Japan-Beben im März 2011 aufgegeben. Bisheriger Rekordwert ist der Gewinn von 749 Millionen Euro aus dem Jahr 2010.

Der Rückversicherer nannte zudem erstmals seine Belastung aus den Überschwemmungen in Thailand, die neben Häusern auch viele Fabriken großer Unternehmen getroffen hatten. 196 Millionen Euro hat die Hannover Rück hierfür zurückgelegt. Die Münchener Rück war für sich zuletzt von rund 500 Millionen Euro ausgegangen, die Swiss Re von 600 Millionen Dollar.