Yahoo-Gespräche mit Alibaba stecken in der Sackgasse

Mittwoch, 15. Februar 2012, 07:46 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Verhandlungen zwischen dem angeschlagenen US-Internetkonzern Yahoo mit seinen Partnern Alibaba und Softbank über einen Verkauf der asiatischen Yahoo-Beteiligungen befinden sich Kreisen zufolge in der Sackgasse.

Die Unternehmen strebten die rund 17 Milliarden Dollar schwere Transaktion in Form eines Vermögenstauschs derzeit nicht mehr an, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Bei den Gesprächen seien etliche Probleme aufgetreten. Yahoo habe zudem unzumutbare Forderungen gestellt, hieß es weiter.

Der einflussreiche US-Technologieblog AllThingsDigital hatte zuerst über das Scheitern der Pläne berichtet. Diese hatten vorgesehen, Yahoos Anteile an Alibaba und Yahoo Japan gegen nicht näher genannte Vermögenswerte auszutauschen, um dadurch Steuern in Milliardenhöhe einzusparen. Der Blog begründete den Abbruch der Gespräche mit den personellen Veränderungen bei Yahoo, die neuen Wind in die Verhandlungen gebracht hätten. Die Yahoo-Aktie brach knapp sechs Prozent ein.

Softbank hält 30 Prozent an Alibaba. Yahoo wiederum gehören 40 Prozent von Alibaba. Die Unternehmen versuchen derzeit, ihre komplizierten Überkreuz-Beteiligungen in Asien aufzulösen. Vor allem Alibaba hat Interesse daran, sich dem Zugriff von Yahoo zu entziehen. Der US-Konzern kämpft mit wachsender Konkurrenz von Google und Facebook. Yahoo und Alibaba wollten den Bericht nicht kommentieren.

Yahoo hatte den Anteil an Alibaba 2005 für rund eine Milliarde Dollar erworben. Derzeit ist er etwa 13 bis 14 Milliarden wert. Yahoo könnte das Geld gut gebrauchen. Investoren werfen dem Management seit langem vor, keine klare Strategie mit den asiatischen Beteiligungen zu verfolgen. Zudem läuft das reguläre Geschäft nur mäßig. Deshalb feuerte der Konzern im September die Chefin Carol Bartz und platzierte Scott Thompson auf dem Chefsessel. Zudem trennte sich Mitgründer Jerry Yang von der Firma.