EU-Kommissar: Keine zusätzlichen Hilfsauflagen für Spanien

Dienstag, 12. Juni 2012, 08:55 Uhr
 

Straßburg (Reuters) - Spanien muss nach den Worten von EU-Währungskommissar Olli Rehn für die zugesagten Hilfen keine zusätzlichen Spar- oder Reformauflagen schultern.

Die Vorgaben konzentrierten sich auf den Finanz- und Bankensektor, sagte Rehn am Montag vor Abgeordneten des Europaparlaments in Straßburg. Spanien hatte am Wochenende angekündigt, als viertes Land nach Griechenland, Irland und Portugal Finanzhilfen seiner Euro-Partner anzuzapfen. Allerdings will die Regierung in Madrid nur Kredite für seinen Bankensektor beantragen und damit strenge Auflagen seiner Geldgeber für das gesamte Land umgehen.

Rehn warb zudem für eine direkte Rekapitalisierung von Banken durch den Euro-Rettungsschirm. Dieses Instrument müsse in Betracht gezogen werden, sagte der Kommissar. Neben der EU-Kommission fordern auch Spanien, Italien und Frankreich direkte Banken-Hilfen. Deutschland pocht dagegen auf die bestehenden Regeln, nach denen Finanzhilfen an die Geldhäuser nur indirekt über den betroffenen Mitgliedstaat gewährt werden können.

 
European Economic and Monetary Affairs Commissioner Olli Rehn holds a news conference after meeting France's Finance Minister Pierre Moscovici (not pictured) at the Commission's Headquarters in Brussels June 4, 2012. REUTERS/Sebastien Pirlet (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS)