BAE Systems will auch bei Fusion an US-Unternehmen festhalten

Samstag, 15. September 2012, 12:13 Uhr
 

Washington (Reuters) - Der europäische Rüstungskonzern BAE Systems will sich nach eigenen Angaben im Falle einer Fusion mit EADS nicht aus seinen US-Unternehmen zurückziehen.

"Wir haben keine Pläne, im Zusammenhang mit der Transaktion irgendeines unserer US-Unternehmen aufzugeben", sagte ein BAE-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Einige europäische Analysten hatten befürchtet, dass die geplante Fusion in den USA auf Sicherheitsbedenken stoßen könnte. Darüber habe es aber bereits Konsultationen mit den US-Behörden gegeben, hieß es in Kreisen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Allerdings müssen EADS und BAE noch um die erbetene politische Zustimmung zu ihren Fusionsplänen bangen. Die Bundesregierung sprach am Freitag von einem "sehr, sehr komplexen" Projekt mit weitgehenden Folgen für die Sicherheits- und Industriepolitik. Zwar gebe es "konstruktive Gespräche" mit der Airbus-Mutter EADS. In deutschen Regierungskreisen hieß es aber: "Es gibt Vorbehalte".

Die beiden Unternehmen hatten am Mittwoch überraschend mitgeteilt, dass sie sich zu einem neuen Megakonzern in der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro zusammenschließen wollen. 60 Prozent in dem neuen Unternehmen, das Boeing als Weltmarktführer ablösen würde, sollten die EADS-Aktionäre halten, 40 Prozent entfielen auf BAE. Dieses Kräfteverhältnis wird von vielen Experten als Benachteiligung der EADS-Seite gesehen.

 
A man speaks on his phone next to a BAE Systems potential concept model of an unmanned combat system, also known as a drone, at the Farnborough Airshow in southern England July 11, 2012. REUTERS/Luke MacGregor