Presse - Frankreich und Deutschland einig bei EADS-BAE-Strategie
Berlin (Reuters) - Frankreich und Deutschland haben sich einem Medienbericht zufolge auf eine gemeinsame Strategie bei der geplanten Fusion von EADS und BAE Systems geeinigt.
Die beiden Regierungen wollen jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern halten, berichtete das Magazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Spitzenbeamte. Mit dieser Position wollten sie in dieser Woche die Verhandlungen mit der britischen Regierung beginnen. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Philipp Rösler wollte den Bericht weder dementieren noch bestätigen: "Die Gespräche laufen weiter, die relevanten Fragen werden weiterhin geprüft."
EADS und BAE Systems wollen sich zum weltweit größten Unternehmen der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungstechnik zusammenschließen. Mit ihrem Vorhaben und dem geplanten Bewertungsschlüssel stoßen sie aber auf Widerstand bei Politik und Hauptaktionär Daimler. Am Freitag hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus deutschen Regierungs- und Fraktionskreisen erfahren, dass die Bundesregierung zur Absprache einen Forderungskatalog nach Paris geschickt hat. Deutschland wolle in einem fusionierten Konzern die deutsch-französische Machtbalance aufrechterhalten. Dazu seien mehrere Modelle im Gespräch.
Halte Frankreich an seinem 15-prozentigen Anteil an EADS fest, was die Regierung schon angedeutet hat, dann könnte auch Deutschland ein gleichgroßes Aktienpaket kaufen - etwa von Daimler. Das würde beiden Seiten im fusionierten Unternehmen eine Beteiligung von rund neun Prozent sichern. Zudem kam die Möglichkeit zur Sprache, dass die jeweiligen Regierungen eine Beteiligung von 22,5 Prozent an EADS erwerben könnten - womit sich der Anteil am neuen Unternehmen auf rund 13,5 Prozent beliefe. Damit kämen Deutschland und Frankreich zusammen auf eine Sperrminorität von 27 Prozent. Dagegen dürfte sich aber die britische Regierung wehren, hieß es in den Kreisen.
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