Griechenland erwägt Streckung von Kurzfrist-Anleihen

Samstag, 3. November 2012, 16:02 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Griechenland und seine internationalen Geldgeber erwägen einem Magazinbericht zufolge die Streckung kurzfristiger Anleihen, um notfalls mehr Zeit für die laufenden Verhandlungen über die Auszahlung einer neuen Hilfstranche zu gewinnen.

Der "Focus" berichtete am Samstag vorab unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen, gegebenenfalls sollten am 16. November auslaufende so genannte "T-Bills" im Volumen von drei Milliarden Euro mit Einverständnis der Europäischen Zentralbank (EZB) verlängert werden. Ansonsten drohe die Zahlungsunfähigkeit.

Das Land hatte Mitte August dreimonatige Geldmarktpapiere (T-Bills) im Volumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro vornehmlich an griechische Banken verkauft, um sich kurzfristig Luft zu verschaffen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vergangene Woche angedeutet, bei der kurzfristigen Finanzierung Griechenlands könnten sicherlich Lösungen gefunden werden.

Zurzeit verhandelt die Regierung in Athen mit der EU, der EZB und dem IWF über die Auszahlung einer Tranche von 31,5 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130-Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm. Die Gespräche sollen möglichst bis zum nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am 12. November abgeschlossen werden. Danach könnte sich der Prozess zur Bewilligung der Tranche aber noch hinziehen, weil unter anderem die Bundesregierung grünes Licht vom Bundestag einholen muss.

 
Tourists walk by the Parthenon atop the ancient hill of the Acropolis during a rainy day October 29, 2012. REUTERS/Yannis Behrakis (GREECE - Tags: ENVIRONMENT SOCIETY TRAVEL)